Politik : Und was mache ich jetzt?

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Von Axel Hacke

Nun ist das Jahr 2003 fünf Tage alt, aber immer noch haben wir nicht das „Insekt des Jahres 2003“ begrüßt. Insekt des Jahres? Welches ist das Insekt des Jahres? Die Grüne Florfliege? Nein, die war‘s 1999. Der Goldblättrige Rosenkäfer? Nein, der war Insekt des Jahres 2000. Na, dann ist es vielleicht die PlattbauchSegellibelle? Falsch, die war 2001 dran. Himmeldonnerwetter, es muss der Zitronenfalter sein! Wieder daneben, aber knapp, das war 2002. Hmmm, es wird doch nicht die Dings, die Feldgrille…? Bravo, genau, die Feldgrille ist Insekt des Jahres 2003, gewählt von einem Kuratorium aus Insektenkundlern. Da fällt mir „Pinocchio“ ein, darin kommt eine Hausgrille vor, ein Heimchen, wie man früher sagte, keine Feldgrille also. Aber was sind Hausgrillen anderes als Feldgrillen, die von der freien Wildbahn den Rüssel voll hatten und sich dem Menschen anschlossen. Dem Menschen?! Huh, großer Fehler!

Die Grille im „Pinocchio“ mahnt den Hampelmann, er solle sich nicht gegen den Vater auflehnen – er werde es bereuen. Dafür erschlägt Pinocchio sie mit einem Holzhammer und begegnet ihr erst am Ende wieder, als er ein echter Junge geworden ist – die Grille wurde unterdessen von der Fee mit den blauen Haaren wiederbelebt, und, äh…. Wo war ich? Ah, bei der Feldgrille. Warum ist die Feldgrille überhaupt Insekt des Jahres? Ihre Lebensräume sind bedroht. Von wem? Vom Menschen natürlich, dem unermüdlichen Hampelmann mit den Holzhammermethoden, der gerade neue Erfolge auf dem Gebiet des Insektennachbaus meldet.

Unlängst konnte man nämlich der Zeitschrift „Nature“ entnehmen, Robert Srygley und Adrian Thomas von der University of Oxford seien der Ansicht, in wenigen Jahren werde es möglich sein, insektenähnliche Roboter zu bauen, die nur zehn Zentimeter groß seien und ordentlich fliegen könnten. Da erhebt sich die Frage, warum der Mensch Insekten baut, wenn es doch schon Insekten gibt: Florfliege, Rosenkäfer und die anderen. Antwort: Sie alle sind nicht bereit, kleine Kameras ins Feindesland zu tragen, um militärische Gegebenheiten auszuspionieren. Shame on them!

Wie die Sache enden wird, können wir Michael Crichtons neuem Roman „Beute“ entnehmen, in welchem sich menschengeschaffene Lebewesen selbstständig machen und wiederum Menschen bedrohen. „Die Leichenstarre hatte bereits eingesetzt, und ihr Körper ruckte steif, während er sich über niedrige Sträucher und Kakteen bewegte“, lesen wir über den Abtransport einer Person durch einen Schwarm winziger Monster. Am Ende wird dereinst einer unserer Nachkommen von einem Kuratorium sehr kleiner Ungeheuer zum „Menschen 3002“ ernannt werden, wetten? Und warum? Weil seine Lebensräume bedroht sein werden, Dummkopf.

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