Politik : Und was mache ich jetzt?

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Von Axel Hacke

Vermutlich war die Sache so: „Effe“ Effenberg erfuhr eines Tages, Dieter „PopTitan“ Bohlen habe viel Geld mit einem Buch verdient. Wahrscheinlich hat Effe dann seine liebe Freundin Frau Strunz gefragt, was das sei, ein Buch. Gemeinsam werden sie’s herausbekommen haben. Und, hey, Geld kann man immer brauchen, besonders, falls man sich scheiden lässt, Fett ansetzt und im Fußball nicht mehr gut ist. Wenn man Geld mit einem Buch verdienen kann, hat Effe sich gesagt, warum soll nicht auch ich ein Buch, ähm … dingsen oder dingsen lassen. Ja, und nun erscheint dieses Buch, schon liest man’s als Vorabdruck in „Bild“, täglich. Was stand da so, bisher? Zum Beispiel, wie Effe Herrn Strunz die Frau Strunz wegnahm und wie Herr Strunz das erfuhr, worauf Effe einen Wodka mit Feige „kippte“ und Herr Strunz seinerseits „ein paar Dosen Wodka-Lemon“ erwarb, die er sich „vor Claudia“ (das ist: Frau Strunz) „reinkippte“.

Zweitens lesen wir, aber das war lange vor der Geschichte mit Frau Strunz, wie Effe seine Frau Martina kennenlernte: in einer Disko, in der Effe viel Alkohol zu sich nahm, zu viel, um genau zu sein. Er musste in der Nacht „ordentlich über der Kloschüssel abhängen, um zu kotzen“. Sieben Jahre später lag dann ein älterer Mann in Effes Einfahrt, „rabenstramm, vier Promille, mindestens“. Effe schreibt, er habe ihn vorsichtig mit dem Fuß berührt, wobei ihm seine Schuhsohlen Leid getan hätten, „so widerwärtig war der Kerl“. Besoffene kann er wohl nicht leiden, der Effe. Eine Nachbarin zeigte ihn an, er hätte den Mann getreten. Das kam vor Gericht, Effe wurde freigesprochen.

Was noch? Nach einem Spiel soff Effe mal mit drei Kollegen „ein paar Kartons Weißbier“ und verteilte die leeren Flaschen im Hotel, „damit nicht der Eindruck entstand, auf meinem Zimmer hätte ein Alkoholiker gehaust“. Zwei Tage vor einem anderen Spiel rauchte er „eine Tüte“, aber „nee, das war nicht mein Ding“, er musste wieder kotzen. Andererseits spielte er dann „extrem gut“ und dachte, vielleicht sollte er öfter was rauchen. Was Effe halt so denkt oder wie man das bei ihm nennt. Ansonsten geht es um Frauen (manche haben „Brüste wie Melonen“) und wie man sie „pimpert“ und „plättet“ oder „zureitet“. Übrigens sind Fotos im Buch, damit man sich vom Text ausruhen kann, Bilder von Effe und Frau Strunz, die sich tätowieren ließ: „Real love never die“. Das heißt „Wirkliche Liebe nie sterben“, es fehlt ein s beim „die“, das kaufen sich die beiden von den Tantiemen. Der Vorabdruck geht weiter. Effe hat angekündigt, er werde sich „unter ganz bestimmten Umständen“ für die Todesstrafe aussprechen. Für Männer, die betrunken in seiner Einfahrt liegen? Muss man sehen. Jedenfalls: „Es wird Leute geben, die sagen, dass ich nicht richtig ticke.“ Offen gesagt: Es werden täglich mehr.

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