Politik : Und was mache ich jetzt?

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Von Axel Hacke

In den vergangenen Jahren hat man über das Ungeheuer von Loch Ness wenig gehört. Nur Roy Johnston, ein Drucker im Ruhestand, legte 2002 Bilder von einer Art Rüssel vor, der aus den Tiefen schottischen Wassers aufgetaucht war. „Der erste Gedanke, der mir kam, war, dass es ein Elefant sei", berichtete Roy. Dann sei ihm klar geworden, dass ein badender Elefant im Loch Ness sehr ungewöhnlich wäre – es habe sich also um Nessie handeln müssen, allerdings eine schlanke Version, vielleicht ein Baby, Nessies Sohn? Nun hat die BBC behauptet, „Forscher" hätten das Loch mit allerhand Gerätschaften durchsucht, es sei definitiv: kein Ungeheuer, nirgends. Nun ja, die BBC. Vielleicht sollte sie ihre Quellen offen legen, vorher lächelt der Kenner müde. Das hat man schon oft gehört: keine Nessie …

Es wird viel zu selten darauf hingewiesen, dass solche Monster keineswegs nur an Loch Ness beobachtet worden sind, sondern an vielen WeltStellen: Caddy lebt in den Gewässern um Vancouver Island, Ogopogo im kanadischen Okanagan-See, und in Südtirol, Straßburg, Nepal sowie sogar der Antarktis (!) gibt es interessanterweise identische Sagen über das Auftreten des legendären Reinhold, der seinerzeit gemeinsam mit dem Yeti den Nanga Parbat nicht nur be-, sondern überstiegen haben soll; der Yeti allerdings kehrte von dem Abenteuer nicht zurück. Mein Lieblingsungeheuer aber heißt Mokéle-mbembe und lebt im Kongo, es soll einen langen Hals haben und nur einen einzigen Zahn. Die Frage ist, ob es sich bei allen diesen Erscheinungen um ein und dasselbe Wesen handelt, wie das Monsterforscherteam Blair/Bush behauptet, welches davon ausgeht, es gebe weltweit nur ein einziges Ungeheuer, welches aber innerhalb von 45 Minuten an jedem beliebigen Ort des Globus aufzutauchen und sich einsatzbereit zu machen in der Lage sei.

Dafür spricht dieses und jenes, auch die Tatsache, dass, während BBC-„Forscher" im Loch Ness kein Monster entdeckten, in der Ostsee ein Wesen namens „Kielian" auftauchte, welches das Äußere eines Wales angenommen hatte. Einem „Bild"-Reporter fraß es Heringe aus der Hand, verschmähte aber den Journalisten selbst. Als Kielian eine Weile nicht zu sehen war, wurde ein geflügelter Österreicher gesehen, wie er den Ärmelkanal in der Luft überquerte – ein Novum in der Monster-Literatur, welche kürzlich um ein Werk vom M. Hauf (Bohmeier-Verlag) bereichert wurde, in dem erwogen wird, es könnte im Loch Ness „vielleicht auch die Existenz eines Riesenblutegels im Bereich des Möglichen" liegen. Bis zum Beweis des Gegenteils schließe ich mich der unübertrefflichen Formulierung von Fachleuten des britischen Verteidigungsministeriums an, welche 1966 zu der Ansicht kamen: „dass es das Ungeheuer wirklich zu geben scheint".

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