Politik : Und was mache ich jetzt?

-

Von Axel Hacke

Das Leben eines FußballProfis ist vermutlich entbehrungsreicher als wir Gewöhnlichen uns vorstellen. Erstens, dass man überhaupt dauernd Fußball spielen muss. Jeden Tag. Diese Trainiererei. Und im Punktspiel darf man vielleicht gar nicht mitmachen, sitzt auf der Ersatzbank und kann nicht richtig sehen, weil vor einem der Trainer auf und ab rennt. Wenn man dann doch mitmachen muss, zerren einen die Verteidiger dauernd am Trikot, und die Räume sind so eng, die Pässe so steil, die Bälle so lang und dann noch dauernd Kopfbälle – wozu geht man überhaupt jeden Tag zum Friseur, Mensch?! Nach dem Kick hat der Masseur kalte Fingerspitzen, der stellvertretende Hausmeister des Geldspeichers will wieder einen freien Tag, und die Artikel in „Bild“ sind derart kompliziert, dass man nix versteht.

Ist überhaupt mal jemand aufgefallen, dass Fußballer immerzu am Wochenende arbeiten müssen?! Wenn der Bürger Ruhe hat, im Garten herumliegt oder auf dem Sofa, dann schiebt der Profi Dienst. Kommt es schlimm, und sein Klub nimmt am Europapokal-Wettbewerb teil, muss er sogar abends ran, dies womöglich in entlegenen Orten, Kiew oder so, von der Nationalelf nicht zu reden, da muss man auf einsame Inseln reisen und mit Olli Kahn im Zimmer schlafen. Leistung wird hier systematisch bestraft.

Dieser Tage ist ans Licht gekommen: Es gibt Bundesliga-Vereine, die ihren Angestellten keine Feiertags- und Nachtzuschläge zahlen, welche sie von der Steuer absetzen könnten. Nur Borussia Dortmund macht eine Ausnahme, dort werden Teile der Gehälter als Entgelte für Spätschichten und Sonntagsarbeit überwiesen – und dafür muss sich der Verein noch kritisieren lassen, so in der Art: Das Gesetz sei für Schichtarbeiter und Krankenschwestern gemacht, nicht für Fußballer. Als ob Gesetze nicht für alle da seien.

Borussias Manager Meier hat diese Anwürfe dankenswerterweise als „größte Schweinerei, die es gibt“ zurückgewiesen. Zwar wird auch Meier gehört haben, dass es noch zwei, drei andere sehr große Schweinereien auf der Welt gibt – aber das lassen wir beiseite.

Nach Rudi Völlers großer Scheißdreck- Rede muss man deutlich sprechen, sonst schreibt ja keiner mehr mit. Borussia hat sich dieses Jahr vorsichtshalber nicht für die Champions League qualifiziert, wozu auch? Da wird abends gespielt, und wenn man die Nachtzulagen versteuern soll, dann wird eben gar nicht mehr gekickt. Das hat der Staat davon! Es wäre zu überlegen, ob man nicht Fußball in Zukunft am Mittwochvormittag spielen soll, zu normalen Arbeitszeiten. Warum die ganze Maloche, wenn man nur angemacht wird?! Könnte sein, dass Borussia Dortmund in die Schweiz umzieht, wie Michael Schumacher. Hat alles seine Grenzen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben