Politik : Und was mache ich jetzt?

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Von Axel Hacke

Es gibt so viele Dinge, die kein Mensch mehr versteht, zum Beispiel: Wie ist es möglich, dass in einem einzigen Land, unserem lieben Deutschland nämlich, Jahr für Jahr rund 500 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft „ausgestoßen“ werden? Wie wird in der Luft befindliches Kohlendioxid gewogen? Wieso sinkt es angesichts seines unglaublichen Gewichts nicht augenblicklich zu Boden? Wie ist es überhaupt möglich, dass wir zwischen diesen Abermillionen Kohlendioxidtonnen in der Luft hindurch unseren Nächsten noch erkennen können – in diesem RußLand mit seiner schweren, schweren Luft? Und wie funktioniert jenes erregende Projekt des „Emissionshandels“ tatsächlich, von dem wir nun so oft hörten?

Wenn ich alles richtig verstanden habe, wird ja belohnt, wer auf Kohlendioxid-Ausstoß verzichtet. Wie wäre es nun, wenn man diesen Grundgedanken auf andere Projekte übertrüge? Zum Beispiel hat Bundestagspräsident Thierse verlangt, deutsche Rundfunksender sollten mehr deutsche Musik senden, sonst werde man eine Quote einführen wie in Frankreich: Dort müssen 40 Prozent aller Titel französischsprachig sein. Ist es wirklich einzusehen, dass mehrere hundert Millionen Tonnen deutschen Schlagerguts ungesendet in Lagerhäusern herumliegen, während „die Allmacht des amerikanischen Kulturimperialismus“ (Thierse – hört!, hört!) unsere Ohren verstopft? Dass hoch begabte deutsche Sängerinnen und Sänger sich für geringes Geld in Kleinstadthallen verdingen müssen, während die imperialistische Madonna-Clique sich die Taschen voll macht?

Wenn man eine Art Schlageremissionshandel einführte, könnten jene deutschen Sender, die tatsächlich mehr als 40 Prozent deutsche Musik senden, Zertifikate an MTV und Viva verkaufen, die eindeutig ihre Jürgen-Drews-Quote nicht erfüllen. Vielleicht könnten auch jene unerschrockenen Mitbürger, die (wie Wolfgang Thierse) den ganzen Tag Frank Zander und Costa Cordalis hören, Geld damit verdienen – indem sie den Freunden des Anglopop Hör-Rechte verticken. Auch könnte man im Senegal einen Rundfunksender gründen, der nur deutsche Musik sendet. Die Senegalesen würden ihn nicht einschalten, sie sind ja nicht verrückt. Aber könnte er uns nicht gegen Entgelt Zertifikate überlassen? Die es ermöglichen würden, dass wir doch ein kleines Bissibissi in der Hörknechtschaft der US-Imperialisten verbleiben? Es versteht sich, dass die Deutschmusikquote jedes Jahr neu ausgehandelt wird. Dass wir, hossa!, ein bis zwei Ministerien brauchen, vielleicht eine Bundesschlageragentur. Dass regelmäßig über Schlagertonnagen, Sondertöpfe, Minderungsziele sowie nationale Zuteilungspläne gestritten werden muss. Wie Roberto Blanco singt: Ein bisschen Spaß muss sein …

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