Politik : Und wieder verschoben (Kommentar)

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Dass ein guter Stern über dieser Einheit steht, kann man wohl kaum behaupten. Wann immer sich die Präsidenten Russlands und Weißrusslands anschicken, ihre Länder wieder zusammenzuführen, sorgt jemand dafür, dass sich das Fenster der Gelegenheit nicht zu weit öffnet. Erst Jelzins Berater, als das noch Reformer waren: Sie rechneten vor, wie viele Dollar-Milliarden es pro Jahr kosten würde, den rohstoffarmen und in der Planwirtschaft verharrenden Nachbarn durchzufüttern. Und sie warnten davor, dem weißrussischen Diktator Lukaschenko den Weg auf die größere politische Bühne zu öffnen, womöglich gar in den Kreml. Für Wahlkämpfe war die Verheißung alter-neuer Größe gut. Aber warum überstürzen? Nach der weißrussischen Opposition hat jetzt Jelzins Gesundheit "njet" gesagt. Wenn Russen und Weißrussen in einem Staat leben wollen, warum nicht. Doch darüber sollten nicht autoritäre Präsidenten entscheiden, sondern die Bürger - in demokratischen Volksabstimmungen. Dass es dazu kommen kann, dafür ist noch etwas Aufschub nötig.

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