Politik : „Unermüdlicher Anwalt für den Frieden“

Weltweit würdigen Politiker und Kardinäle das Leben von Johannes Paul II.

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Berlin Die Welt trauert um den Papst. Unmittelbar nach seinem Tod würdigte ihn der amerikanische Präsident George W. Bush als „Vorkämpfer für Frieden und Freiheit“. Er sei „für uns alle Inspiration gewesen“, sagte er. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, nannte Johannes Paul II. einen „unermüdlichen Anwalt für den Frieden“. Der französische Präsident Jacques Chirac hob hervor, der Papst habe „die Seele und die Herzen“ erreicht. Er habe die katholische Kirche mit beispielloser Autorität in das 21. Jahrhundert geführt. Der Präsident der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso sagte: „Die Europäer werden seinen Kampf für Frieden und Menschenwürde nie vergessen.“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, erklärte am späten Samstag Abend: „Der Papst ist von uns gegangen. Johannes Paul II. ist so gestorben, wie er gelebt und gewirkt hat: geistig wach fast bis zuletzt, voller Hingabe an seinen Dienst und ergeben in den Willen Gottes.“ Lehmann würdigte die kirchen- und welthistorische Rolle des Papstes, mit dem gerade die deutschen Katholiken sich nicht immer leicht getan haben: „Seine Unbeirrbarkeit im Glauben hat auch in die schwierigsten Situationen viel Hoffnung gebracht. Ein mutiger Zeuge des Evangeliums, ein Großer der Weltgeschichte, ein bleibendes Vorbild nicht nur für die katholischen Christen. Es bleiben Trauer, Dankbarkeit und Treue zu seinem Vermächtnis.“

Der Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, würdigte den Papst in den „Tagesthemen“ als Mann, der „unermüdlich für sein Anliegen gebetet und gearbeitet hat, dass Jesus Christus zur Geltung kommt“. Sterzinsky sagte, dass es schwer werden werde, einen Nachfolger zu finden, aber „die Kirche bleibt nicht stehen“. Die Katholiken in Berlin und Deutschland rief Sterzinsky auf, „nicht nur zu trauern, dass wir ihn verloren haben, sondern zu danken, dass wir ihn gehabt haben“. Nach dem Pontifikalamt um 10 Uhr in der Hedwigskathedrale wird der Kardinal sich als Erster in das Kondolenzbuch der Erzdiözese Berlin eintragen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte: „Der Papst hat Geschichte geschrieben.“ Außenminister Joschka Fischer sprach von einem „außergewöhnlichen Papst und einer herausragenden Persönlichkeit unserer Zeit“. CDU-Chefin Angela Merkel sagte, die Welt verliere „eine große Gestalt der Kirchengeschichte, deren Wirken einen großen Platz in der Weltgeschichte einnehmen wird. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse erklärte in einem Kondolenzschreiben an Kardinal Ratzinger: „Deutschland trauert um einen großen Papst und einen großen Freund unseres Landes.“ Der SPD-Politiker würdigte ganz besonders den Beitrag des Papstes bei der Überwindung des Kommunismus in Europa. „Wir Deutsche und gerade wir Ostdeutsche sind dem Papst sehr dankbar für sein Engagement bei der Wiedererlangung der Einheit unseres Landes.“ Des weiteren hob Thierse den Einsatz des Papstes für den Frieden besonders im Irak-Krieg sowie bei der Versöhnung von Christen und Juden hervor. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, sagte: „Wir erinnern uns voller Dankbarkeit an die wahrlich historischen Zeichen, die Johannes Paul II. gesetzt hat, als er als erster Papst eine Synagoge besucht hat.“Tsp

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