Unfall oder Selbstmord? : Südkoreanischer Ex-Präsident Roh ist tot

Der Ex-Staatschef von Südkorea, Roh Moo Hyun, wurde mit schweren Kopfverletzungen in einer Schlucht aufgefunden. Ob Roh aufgrund laufender Korruptionsermittlungen Selbstmord beging, ist noch unklar.

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Roh Moo Hyun sei am frühen Samstagmorgen mit einem Begleiter von seinem Haus im Südosten des Landes zum Wandern in die Berge aufgebrochen, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Später sei er mit schweren Kopfverletzungen in einer Schlucht aufgefunden und in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er kurz danach seinen Verletzungen erlag. Der Begleiter äußerte sich zunächst nicht zu den Umständen des Todesfalls.

Nach Darstellung von Rohs früherem Stabschef Moon Jae In habe der Politiker, der in einen Korruptionsskandal verwickelt war, Selbstmord begangen. Er sei offenbar von einem Felsen gesprungen. Die Polizei erklärte, die Umstände von Rohs Tod würden untersucht. Der 62-Jährige habe einen Abschiedsbrief an seine Familie hinterlassen. Nach Medienberichten habe er in diesem Brief von einer harten Zeit geschrieben, die er durchgemacht habe.

Die Regierung äußerte Bedauern über den Tod des Ex-Staatschefs. Eine offizielle Stellungnahme werde es jedoch erst nach Klärung der Todesumstände geben, teilt ein Sprecher mit.

Im Dezember 2008 endete die fünfjährige Amtszeit Rohs. Gegen den Ex-Präsidenten wurde im April wegen des Verdachts auf Korruption ermittelt. Dabei ging es im Wesentlichen um Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe von einem Geschäftsmann an Roh oder Familienmitglieder während seiner Amtszeit.

Der 62- Jährige hatte die meisten Vorwürfe zurückgewiesen, sich jedoch wegen der Verwicklung seiner Familie in den Skandal bei der Bevölkerung entschuldigt. Parteifreunde hatten die Ermittlungen als politisch motiviert kritisiert.

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