Politik : Ungarn: Kopf an Kopf

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Die Sozialisten haben sich für einen parteilosen Banker als Spitzenkandidaten entschieden: Peter Medgyessy tritt bei der Parlamentswahl als Herausforderer von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban an. Dem früheren Finanzminister wird eine hohe Wirtschaftskompetenz zugeschrieben. Allerdings gilt er als wenig bürgernah und ist zudem im Gegensatz zu Orban kein mitreißender Redner. Das könnte aber über den Ausgang des Kopf-an-Kopf-Rennens mitentscheiden. Die Sozialisten hätten den Generationswechsel nicht vollzogen und die Partei nicht zu einer sozialdemokratischen umgebaut, kritisiert der Politologe Laszlo Keri.

Orban und seine Bürgerlichen (Fidesz) haben indes mit der Vergangenheit kaum Probleme. Als "Jungdemokraten" nahmen sie zeitweise niemanden in die Partei auf, der älter als 35 Jahre war. Orban selbst ist 38 Jahre alt. Seine Partei macht sich auch nationalistische Gefühle zunutze: Zum Staatsfeiertag am 15. März trägt man in Ungarn eine grün-weiß-rote Kokarde. Orbans Bürgerpartei vereinnahmte jedoch die Nationalfarben für sich - und riet allen Anhängern das Zeigen ihrer politischen Gesinnung bis zum Wahltag.

Eines der bedeutendsten Argumente der Regierung gegen ihre Hauptgegner ist, dass diese die ungewendeten Nachfolger der einstigen Staatssozialisten seien. Sozialisten und Liberale hingegen fordern einen Machtwechsel auch mit dem Argument, Orbans Regierung sei korrupt.

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