Ungarn : Ministerpräsident Orban pöbelt gegen IWF

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban liegt im Streit mit dem IWF: Der Währungsfonds sei eine "Krähe", die das Land unter Druck setze. Streitpunkt ist die hohe Bankensteuer in Ungarn - und damit die Wachstumsperspektive des Landes.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban: Im Streit mit dem IWF
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban: Im Streit mit dem IWFFoto: dpa

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat den Internationalen Währungsfonds (IWF) als „Krähe“ bezeichnet, „die keiner anderen Krähe ein Auge aushackt“. Die internationale Finanzorganisation sei „auch nur eine Bank“, die nach nichts anderem trachte, als dass Ungarn die vor mehr als zwei Jahren eingeführte Bankensteuer abschaffe und stattdessen die eigenen Bürger besteuere. „Da sind wenig Chancen, dass wir auf einen grünen Zweig miteinander kommen“, sagte Orban am Freitag in seinem wöchentlichen Rundfunk-Interview.

Der IWF hatte am Vortag in Washington bekanntgegeben, dass er seine Verhandlungen mit dem Problemland Ungarn ausgesetzt hat. Dabei wäre es um ein Stand-by-Abkommen im Umfang von 15 bis 20 Milliarden Euro gegangen. Budapest hätte jedoch nur über eine flexible Kreditlinie sprechen wollen, sagte der zuständige IWF-Direktor.

Tatsächlich wollte sich Orbans Regierung nicht auf die mit einem Stand-by-Abkommen verbundenen Auflagen einlassen. Der IWF kritisiert vor allem die auch im internationalen Vergleich hohe ungarische Bankensteuer sowie andere Belastungen von Großunternehmen. All dies schränkt nach IWF-Sicht die Investitions- und Wachstumsperspektiven des Donaulandes ein.

(dpa)

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