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Ungeliebtes Turbo-Abitur : Bundesländer machen Rolle rückwärts

03.01.2013 13:28 Uhr
Zukünftig sollen Schüler wieder ein Jahr länger büffeln.Bild vergrößern
Zukünftig sollen Schüler wieder ein Jahr länger büffeln. - Foto: dpa

Immer mehr West-Bundesländer schaffen die Wahlmöglichkeit, das Abitur auch wieder nach 13 Schuljahren abzulegen. Das überhastet eingeführte Turbo-Abi nach zwölf Jahren kommt bei vielen Eltern einfach nicht an.

Es sind nicht nur die vielen Meinungsumfragen, in denen Eltern dem ungeliebten Turbo-Abitur oder dem gymnasialen „G8-Modell“ schlechte Noten ausstellen. Es ist bereits eine Abstimmung mit den Füßen - zumindest in den West-Bundesländern, in denen Eltern für ihre Kinder mittlerweile wieder zwischen dem Abitur nach 12 oder 13 Schuljahren wählen können. Der Trend im Westen, so sagen Schulforscher übereinstimmend, geht wieder zurück in Richtung klassisches Abitur nach längerer Schulzeit.

In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen laufen die an einigen Gymnasien zunächst testweise wieder eingeführten G9-Modellzüge über.

Auf Anhieb hätte man gleich die doppelte Zahl genehmigen können. Noch vor Weihnachten beschloss der hessische Landtag Wahlfreiheit für Schulen und Eltern ab dem nächsten Schuljahr.

In Schleswig-Holstein ist das Abitur an einzelnen Gymnasien schon längst wieder auch nach 13 Jahren möglich. Bayern plant ein „Flexibilisierungsjahr“ - um angesichts der Elternrufe nach Rückkehr zur alten Schulzeit „ein wenig Dampf aus dem Kessel zu nehmen“. Aufgeschreckt hatte das Ministerium in München Meldungen in mehreren Regionalzeitungen über zunehmenden Abi-Stress und hohen Durchfallquoten. Und an den Berliner Gymnasien mit Turbo-Abi gab es im vergangenem Jahr erstmals mehr freie Plätze als an den integrierten Schulformen - wo die Reifeprüfung unverändert erst nach 13 Schuljahren abgelegt wird.

Ende 2001 hatte die erste PISA-Studie die Öffentlichkeit mit der Botschaft alarmiert, dass 15-Jährige in Deutschland mit ihren Schulleistungen im weltweiten Vergleich allenfalls Mittelmaß sind. Der Schock war noch nicht verhallt, da verabredeten die Ministerpräsidenten in abendlicher Runde, die Schulzeit bis zum Abitur bundesweit auf 12 Jahre zu verkürzen - wie es in der DDR vor der deutschen Einheit auch schon üblich war.

Die überraschten West-Kultusminister mussten sich eilig daran setzen, die Weisung ihrer Regierungschefs umzusetzen. „Welch ein absurder Beschluss, auf festgestellte Leistungsschwächen in der Mittelstufe mit einer Schulzeitverkürzung bis zum Abitur zu reagieren“, kritisierte damals der Bildungsforscher Klaus Klemm.

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