Politik : Unicef ruft zu Solidarität mit den Kindern in Ost-Timor auf

Beatrice von Weizsäcker

Mit Aktionen und Appellen zum Weltkindertag haben Organisationen und Politiker am Montag gefordert, Kinder weltweit besser zu schützen. In einem gemeinsamen Aufruf baten das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef und das Bundesentwicklungshilfeministerium um Spenden für Kinder im indonesischen Krisengebiet Ost-Timor. Diese Kinder bräuchten dringend Unterstützung. Mehrere Hunderttausend Frauen und Kinder in Ost-Timor müssten vor weiteren Übergriffen geschützt und mit Nahrung, Wasser, Medikamenten und Decken versorgt werden, erklärten Entwicklungsministerin Heidemarie Wiezcorek-Zeul (SPD) und der Vorsitzende von Unicef Deutschland, Reinhard Schlagintweit, in Bonn: "Wir rufen dazu auf, den Weltkindertag zum Anlass für praktische Solidarität mit diesen Kindern zu nehmen."

Nach Unicef-Schätzungen sind während der blutigen Unruhen der vergangenen Tage nahezu 500 000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben worden. Darunter befänden sich 75 000 Kinder unter fünf Jahren. Schlagintweit betonte, Tausende Jungen und Mädchen, die Zeugen der Übergriffe und Morde wurden, seien traumatisiert. Sie benötigten auch psychologische Betreuung. Wiezcorek-Zeul erklärte, bei allen Kriegen und Konflikten seien Kinder die Hauptleidtragenden. Deshalb müsse die internationale Gemeinschaft sich "viel energischer" um Krisenvorbeugung bemühen, statt wie bisher nur nachträglich die Kriegsschäden zu beseitigen. "Die Entwicklungszusammenarbeit kann dabei als praktische Friedenspolitik einen wertvollen Beitrag leisten", betonte die Ministerin.

Unterdessen demonstrierten die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai), die Kinderhilfsorganisation Casa Allianza und die Weltkulturorganisation Unesco in Bonn mit 30 000 Holzkreuzen gegen die Verletzung von Kinderrechten. Weltweit müssten täglich mehr als 30 000 Jungen und Mädchen durch Armut und Gewalt sterben, erklärte amnesty international. Die Organisationen verlangten ein vollständiges Verbot von Kindersoldaten und protestierten dagegen, dass in einigen Ländern immer noch Todesurteile gegen zur Tatzeit Minderjährige vollstreckt würden.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge Pro Asyl forderte in Frankfurt am Main eindringlich, Kinder nicht abzuschieben, wenn die Betreuung in ihrem Heimatland ungesichert sei. Abschiebehaft müsse in jedem Fall vermieden werden.

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