Unifil-Mission : Der Libanon-Einsatz beginnt

Einen Tag nach dem Bundestagsbeschluss startet die Bundeswehr heute ihren Einsatz im Libanon. Verteidigungsminister Jung sprach bei der Verabschiedung der rund 1000 Marinesoldaten in Wilhelmshaven von einem "historischen Tag".

Wilhelmshaven - Die deutsche Marine hat ihren größten Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr begonnen. Vom Marinestützpunkt Wilhelmshaven liefen am Mittag acht Schiffe in Richtung Libanon als Teil der UN-Friedenstruppe Unifil aus.

Zusammen mit Einheiten aus anderen europäischen Ländern sollen die Marinesoldaten die 225 Kilometer lange libanesische Seegrenze überwachen, um den Waffenschmuggel für die radikal-islamischen Hisbollah zu unterbinden und damit die Waffenruhe mit Israel dauerhaft abzusichern. Am Mittwoch hatte der Bundestag grünes Licht für eine deutsche Beteiligung an der Unifil-Mission gegeben.

"Zum ersten Mal leistet Deutschland einen aktiven Beitrag zur Friedensicherung im Nahen Osten", betonte Verteidigungsminister Franz Josef Jung . Er räumte ein, dass der zunächst auf ein Jahr angelegte Marineeinsatz eine "schwierige Mission" sei. Über eine Verlängerung des bis zum 31. August 2007 befristeten Mandats wollte Jung nicht spekulieren. In Bundeswehrreisen wird bereits mit bis zu fünf Jahren gerechnet.

Für den Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wolfgang Nolting, ist der beginnende Nahost-Einsatz eine Mission ohne Beispiel. "Heute werden sie zu einer wahrhaft historischen Mission entsandt", sagte er an die Soldaten gewandt. Flottenadmiral Andreas Krause, der den multinationalen Verband kommandieren wird, fügte hinzu, der Einsatz sei "nicht ungefährlich". Doch seien die Marinesoldaten professionell vorbereitet, gut ausgerüstet und hoch motiviert.

Zum deutschen Verband gehören die zwei Fregatten "Mecklenburg-Vorpommern" und "Karlsruhe", der Einsatzgruppenversorger "Frankfurt am Main", der Tender "Elbe" sowie die vier Schnellboote "Nerz", "Dachs", "Ozelot" und "Hyäne". Begleitet werden die Deutschen von einer dänischen Korvette und zwei dänischen Schnellbooten, die zum Einsatzverband gehören. Weitere Unterstützung haben Schweden, Norwegen und die Niederlande zugesagt. (tso/ddp)

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