Union : CDU-Programme seit 1947

Das neue CDU-Grundsatzprogramm, das dem Bundesparteitag 2007 in Hannover vorliegt, ist das dritte seit 1978. Vorher gab es bereits mehrere Programme. Ein Überblick

Ahlener Programm (1947)

: Die CDU in der britischen Zone strebte darin eine wirtschaftliche und soziale Neuordnung an. Zwar wurde die Vergesellschaftung von Bergwerken und Eisen-Großindustrie gefordert, ein Staatskapitalismus aber abgelehnt. Die Partei suchte einen Weg jenseits von Kapitalismus und Kollektivismus. In den "Düsseldorfer Leitsätzen" von 1949 bekannte sich die CDU zur Sozialen Marktwirtschaft. Die Leitsätze galten auch als Wahlprogramm für die erste Bundestagswahl 1949.

Hamburger Programm (1953): Dieses erste Programm der gesamten CDU stand unter dem Motto "Deutschland, sozialer Rechtsstaat im geeinten Europa" und war als Wahlprogramm angelegt.

Berliner Programm (1968): Das "Berliner Programm" diente während der großen Koalition (1966-1969) zur Profilierung gegen die SPD und zur Ausrichtung auf die folgende Bundestagswahl. Nach dem Verlust der Regierungsverantwortung 1969 erarbeitete eine Kommission unter dem damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Helmut Kohl eine neue Fassung, die 1971 verabschiedet wurde.

1. Grundsatzprogramm (1978): Das Grundsatzprogramm von Ludwigshafen unter Parteichef Kohl war von einer Grundwertedebatte geprägt. Richard von Weizsäcker, der die Grundsatzkommission leitete, wollte das Profil erkennbarer machen und den Zusammenhalt stärken. Die CDU sollte zu einer modernen Volkspartei werden. Sie bekannte sich zu Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit. Vorangegangen war eine Diskussion mit allen gesellschaftlichen Gruppen.

2. Grundsatzprogramm (1994): Nach der Wiedervereinigung und dem Zusammenschluss der CDU in West und Ost wurde das Grundsatzprogramm 1994 in Hamburg erneuert. Darin ging es unter anderem um eine ökologische Komponente der Sozialen Marktwirtschaft, den Umbau der Sozialsysteme und um Familienpolitik. Bereits 1999 überholte der Beschluss eines Kleinen Parteitags aber das im Programm festgelegte Familienbild, das damals noch stark auf die Ehe fixiert war.

3. Grundsatzprogramm (2007): CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel startete 2006 eine breit angelegte Debatte über das neue Grundsatzprogramm von Hannover, das die "Chancengesellschaft" betonen sowie die Familien- und Umweltpolitik modernisieren soll. (svo/dpa)

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