Politik : Union will mehr ehrenamtliche Helfer belohnen

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Berlin - Nicht nur ehrenamtliche Helfer in der Alten- und Krankenpflege sollen künftig eine Aufwandsentschädigung durch Steuergutschriften von rund 300 Euro im Jahr erhalten. Ein entsprechender Gesetzentwurf, den Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) im Februar ins Kabinett einbringen will, soll nach Ansicht der Unionsfraktion im Bundestag ausgeweitet werden. Auch Menschen, die ehrenamtlich Aufgaben im Sport oder Naturschutz übernehmen, sollen demnach einen steuerlichen Ausgleich erhalten.

Es sei „nicht einsichtig“, sagte der CDU-Finanzpolitiker Michael Meister dem Tagesspiegel, warum nur die Betreuung alter oder behinderter Menschen – auf diesen Kreis der Ehrenamtlichen hatte Steinbrück den Steuerbonus ursprünglich begrenzt – eine finanzielle Anerkennung rechtfertigen sollte. Gegen die Begrenzung des Steuerbonus auf die Pflege alter, kranker und behinderter Menschen spricht nach Ansicht der Union, dass auf die Finanzämter unübersehbare Abgrenzungsstreitigkeiten zukommen könnten. Korrekt angewendet müssten den Steuerbonus nämlich auch diejenigen erhalten, die in Sporteinrichtungen helfen, wenn dort neben Kindersport auch Seniorensport angeboten wird – und zwar unabhängig vom konkreten Einsatzort des Helfers.

Weniger großzügig als der Finanzminister will die Union hingegen die steuerliche Absetzbarkeit von Mitgliedsbeiträgen in Vereinen regeln. Zwar hatte auch das Finanzministerium bereits Kürzungen in diesem Bereich ab Januar 2007 vorgesehen. Mit dem im Dezember 2006 vorgelegten Referentenentwurf des „Gemeinnützigkeitsgesetzes“ wurden diese Begrenzungen jedoch kurzfristig wieder aufgehoben. Durch das Gesetz wollen Union und SPD unter anderem die steuerfreie Übungsleiterpauschale von 1848 auf 2100 Euro anheben und weitere Erleichterungen für gemeinnützige Arbeit und Spenden schaffen. asi

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