Politik : UN planen Sanktionen gegen Gbagbo Hilfswerk: Millionen fliehen aus Elfenbeinküste

Genf/New York/Abuja - Die Angst vor einem Bürgerkrieg hat in der Elfenbeinküste nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) bis zu eine Million Menschen in die Flucht getrieben. Nach Schätzungen von Mitarbeitern des Hilfswerkes vor Ort „könnten allein in Abidjan bis zu eine Million Menschen vertrieben worden sein“, sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming in Genf.

Als Reaktion auf die eskalierende Gewalt in dem westafrikanischen Staat will der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) Sanktionen gegen die Führung in Abidjan verhängen. Frankreich und Nigeria legten dem Gremium am Freitag einen Resolutionsentwurf vor, dessen Sanktionen sich gegen den abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo und vier seiner engsten Mitarbeiter richten, erläuterte der französische UN-Botschafter Gérard Araud in New York. Das 15-Länder-Gremium wird sich in der kommenden Woche mit den Sanktionen befassen. Von Seiten der deutschen UN-Botschaft wurde die Initiative begrüßt.

Die Staatschefs der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas hatten zuvor bei ihrem Gipfeltreffen im nigerianischen Abuja ein stärkeres UN-Engagement in Elfenbeinküste gefordert.

In der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste liefern sich seit der Präsidentenwahl im November die Anhänger der Kandidaten Alassane Ouattara und Laurent Gbagbo erbitterte Kämpfe, bei denen bisher mehr als 460 Menschen getötet wurden. Die internationale Gemeinschaft sieht in Ouattara den rechtmäßigen Sieger der Wahl, Staatschef Gbagbo weigert sich aber, sein Amt aufzugeben.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat eine Verstärkung der dort stationierten UN-Truppen vorgeschlagen. Die UN- Resolution solle „zumindest schwere Waffen in Abidjan verbieten“, sagte er am Freitag in Brüssel.

Die UN-Koordinatorin für Nothilfe, Valérie Amos, zeigte sich in New York „ernsthaft besorgt“ über die Verschlimmerung der humanitären Lage. Menschenrechtsorganisationen warnten vor einer Ausweitung des Bürgerkriegs. AFP/dpa

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