Unruhen : Einsatz deutscher Soldaten im Kongo nicht geplant

Das Drama im Kongo nimmt keine Ende. Die Europäische Union zeigt sich zunehmend besorgt über das Flüchtlingsdrama in dem afrikanischen Land und fordert eine rasche politische Lösung. Soldaten will man vorerst aber nicht zur Unterstützung schicken.

Brüssel/Paris"Die humanitäre Lage ist mehr als katastrophal und schwer zu tolerieren", sagte der französische Außenminister und amtierende EU-Ratsvorsitzende Bernard Kouchner am Montag am Rande von EU-Beratungen in Brüssel. Auch der deutsche Europa-Staatsminister Günter Gloser nannte die Situation "unerträglich".

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) erteilte Forderungen nach Bundeswehrsoldaten für den Kongo erneut eine Absage. "Die sind jetzt nicht gefragt", sagte Jung am Rande des Rats von Außen- und Verteidigungsministern in Brüssel. "Wir wollen eine politische Lösung", bekräftigte Gloser. Die Hilfsorganisation Oxfam rief die EU in Paris auf, Truppen zur Unterstützung der 17.000 UN-Blauhelme im Kongo zu entsenden. Kouchner sagte dazu: "All diese Fragen sind offen, und wir müssen darauf dringend antworten."

Im Osten des Kongo kämpfen Regierungssoldaten und Tutsi-Rebellen seit Wochen um die Kontrolle der Provinz Nord-Kivu. Rund 250.000 Menschen sind auf der Flucht, Hilfsorganisationen berichten immer wieder von Massakern und Gräueltaten an Zivilisten. (sba/AFP)

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