Unruhen im Jemen : "Verschwinde!"-Rufe für Salih

Im Jemen dauern die Proteste gegen Staatspräsident Ali Abdullah Salih an. Am Montag gingen erneut Hunderte Menschen auf die Straße. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Salih-Anhängern.

Jagdszenen in Sanaa: Ein jemenitischer Regimegegner wird von Salih-Unterstützern mit Zaunlatten und Gartengerät gejagt.
Jagdszenen in Sanaa: Ein jemenitischer Regimegegner wird von Salih-Unterstützern mit Zaunlatten und Gartengerät gejagt.Foto: Reuters

Die Regimegegner riefen die gleichen Slogans, die in der vergangenen Woche auf dem Tahrir-Platz in Kairo zu hören gewesen waren: „Das Volk will den Sturz des Regimes“ und - an die Adresse von Staatspräsident Ali Abdullah Salih - „Verschwinde!“. Ihnen standen nach Angaben von Augenzeugen etwa 100 Gegendemonstranten gegenüber, die Bilder des Präsidenten in die Höhe hielten. Es war bereits der vierte Tag in Folge, an
dem im Jemen demonstriert wurde.

In der Industriestadt Tais kam es am Montag zu Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern Salehs. Beide Gruppen bewarfen sich mit Steinen. Die Polizei feuerte nach Augenzeugenberichten Warnschüsse in die Luft, konnte die beiden Gruppen aber nicht auseinanderbringen. In der Hauptstadt Sanaa kündigten Demonstranten ermutigt von den Ereignissen in Ägypten einen Marsch zur Geheimdienstzentrale an. “Hey Ali, hau ab“ riefen die Demonstranten an der Universität von Sanaa, die in den vergangenen Tagen wiederholt Ausgangspunkt von Protesten war. Die Polizei bezog Stellung zwischen den rund 500 Regierungsgegnern und etwa 100 Regierungsanhängern, um weitere Zusammenstöße zu vermeiden.

Erst am Sonntag hatten im Jemen etwa 1000 Menschen in Sprechchören einen Umbruch “nach dem Vorbild der ägyptischen Revolution“ und den Rücktritt von Präsident Saleh gefordert, der seit mehr als drei Jahrzehnten an der Macht ist. Saleh hat angekündigt, 2013 zurückzutreten. Die Regierung in Jemen ist ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen Islamisten in der Region.

Auch in anderen Ländern der Region begehren die Menschen gegen ihre Regierungen auf. In Bahrain etwa haben Regierungsgegner für Montag zu einem Tag des Zorns aufgerufen. Bei ersten Zusammenstößen in Ortschaften außerhalb der Hauptstadt Manama wurden in der Nacht zum Montag und am Morgen ersten Berichten zufolge mindestens 14 Menschen verletzt. (Reuters/dpa)

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