Unruhen in den USA : Schwarzer Jugendlicher von Polizei erschossen

Im US-Bundesstaat Missouri erschießt die Polizei einen 18-jährigen Schwarzen. Damit beginnen zweitägige Proteste, die in gewalttätige Ausschreitungen münden. In den USA bricht eine alte Debatte wie im Fall Trayvor Martin auf.

Symbolische Geste: Demonstranten heben vor Polizisten in St. Louis ihre Hände und fordern Gerechtigkeit.
Symbolische Geste: Demonstranten heben vor Polizisten in St. Louis ihre Hände und fordern Gerechtigkeit.Foto: AFP

Die Erschießung eines schwarzen Jugendlichen im US-Bundesstaat Missouri hat heftige Unruhen ausgelöst. Diese haben zwei Tage lang einen überwiegend von Afro-Amerikanern bewohnten Vorort von St. Louis erschüttert. Bis zum frühen Dienstagmorgen wurden nach Polizeiangaben mehr als 50 Menschen festgenommen. Bei den Ausschreitungen seien Montagnacht auch Schüsse gefallen, berichtete Polizeichef Thomas Jackson dem Sender CNN. Die Polizei feuerte Tränengas auf Demonstranten, die Steine und Flaschen auf die Beamten warfen. Zuvor hatte die aufgebrachte Menge Autos aufgebrochen und Gebäude beschädigt. Mindestens zwei Dutzend Geschäfte wurden beschädigt. Es kam zu Plünderungen und Brandstiftung.

Polizei erschießt schwarzen, unbewaffneten Jugendlichen

Ausgelöst wurden die Ausschreitungen, als ein Polizist in dem Vorort einen unbewaffneten schwarzen Jugendlichen erschoss. Der 18-jährige Michael Brown soll den Beamten während einer Auseinandersetzung in sein Dienstfahrzeug gedrängt haben, gab die Polizei an. Zeugen berichteten hingegen, der Jugendliche habe sich ergeben und zum Zeitpunkt seiner Erschießung die Hände in die Höhe gehalten. Justizminister Eric Holder kündigte unterdessen an, den Tod des Jugendlichen von der Bundespolizei FBI untersuchen zu lassen.


Erinnerungen an den Fall Trayvor Martin

Der Fall erinnert an den Tod des 17-jährigen schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin, der 2012 in Florida vom Mitglied einer privat organisierten Nachbarschaftswache erschossen wurde, angeblich aus Notwehr. Die Tat löste landesweite Proteste aus. Diese Proteste flammten vor rund einem Jahr wieder auf, nachdem der Täter von einem Gericht freigesprochen worden war. "Wir werden das nicht einfach so hinnehmen", sagte jetzt eine 18-jährige Demonstrantin. "Die Menschen haben wie im Fall von Trayvon Martin das Gefühl, dass es keine Gerechtigkeit gibt." Browns Familie engagierte einen Anwalt, der bereits Martins Familie vertreten hatte. (dpa/Reuters)




13 Kommentare

Neuester Kommentar