Unruhen in Griechenland : Solidaritäts-Randale von Madrid bis Kopenhagen

Die Lage in Griechenland hat sich am Donnerstag leicht entspannt. Am Abend kam es bei Solidaritäts-Kundgebungen in europäischen Metropolen zu Ausschreitungen und Verhaftungen.

Rom
Ausschreitungen am Rande einer Solidaritäts-Kundgebung in Rom. -Foto: dpa

Athen Die Lage in Griechenland hat sich am frühen Donnerstag zwischenzeitlich leicht entspannt. In der Nacht kam es nur noch um das Polytechnikum von Athen zu einigen Zusammenstößen zwischen rund 200 Randalieren und der Polizei. Dabei wurde ein Jugendlicher leicht verletzt. Unbekannte halten diese Universität seit Tagen besetzt. Auch in Thessaloniki hat sich die Lage vor der Universität entspannt, berichteten griechische Medien übereinstimmend.

Schüler- und Studentenverbände kündigten für Donnerstag friedliche Proteste an. Sie planen aus Protest gegen die Tötung eines 15-jährigen Schülers bei einem Polizeieinsatz am vergangenen Samstag wichtige Straßenkreuzungen zu sperren.

Polizisten in U-Haft

Ein Untersuchungsrichter ordnete am Mittwochabend in Athen Untersuchungshaft für den Beamten an, der die tödliche Kugel abgefeuert hatte. Nach Angaben seines Rechtsanwalts wird der Polizist jedoch durch die ballistische Untersuchung entlastet. So komme der noch nicht veröffentlichte Bericht zu dem Schluss, dass es sich um einen Querschläger gehandelt habe, sagte der Anwalt griechischen Medien. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Der 37-jährige Polizist hatte mehrmals beteuert, lediglich drei Warnschüsse abgefeuert zu haben; das Opfer sei von einem Querschläger getroffen worden. Er hofft nun, nicht wegen Totschlags oder gar Mordes belangt zu werden. Einem 31-jährigen Polizei-Kollegen wird Beihilfe zum Totschlag vorgeworfen. Auch er bleibt in Untersuchungshaft.

Ausschreitungen in europäischen Städten

Nach tagelangen gewalttätigen Protesten in Griechenland ist es am Mittwochabend auch in anderen europäischen Städten bei Solidaritätskundgebungen zu Ausschreitungen gekommen. In Madrid, Barcelona, Kopenhagen, Rom und Bologna wurden mehrere Demonstranten festgenommen.

In Madrid wurden in der Nacht neun Randalierer festgenommen, die im Zentrum der spanischen Hauptstadt gegen die Erschießung des jungen Griechen demonstriert und die Scheiben eines Polizeireviers eingeschlagen hatten. Mehrere Beamte wurden nach Angaben der Behörden bei dem Angriff verletzt. In Barcelona kamen etwa 300 junge Leute zu einer nicht angemeldeten Demonstration zusammen. Die Polizei löste die Kundgebung auf, nachdem Teilnehmer Steine gegen Geschäftsstellen von Banken geschleudert hatten. Die Beamten nahmen zwei Gewalttäter fest, darunter eine junge Griechin.

Steinwürfe auf Polizisten in Rom

Zu Ausschreitungen kam es nach Berichten der italienischen Nachrichtenagentur ANSA am Abend auch in Rom und Bologna. In der italienischen Hauptstadt seien Soldaten nach einer Kundgebung vor der griechischen Botschaft von Demonstranten mit Steinen attackiert worden. Dabei wurde ein Soldat verletzt. Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten vor dem griechischen Generalkonsulat in Bologna wurden den Berichten zufolge fünf Polizisten verletzt.

Auch in der dänischen Hauptstadt löste die Polizei am Abend eine nicht genehmigte Kundgebung auf. Die knapp 200 Demonstranten erklärten in Sprechchören ihre Sympathie für die protestierenden Jugendlichen in Griechenland. 25 Demonstranten wurden festgenommen. (küs/dpa/AFP)

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