Politik : Unruhen in Peru: Krise nach Rückkehr des Geheimdienstchefs

Nach der überraschenden Rückkehr des ehemaligen Geheimdienstchefs Vladimiro Montesinos hat sich die innenpolitische Krise in Peru verschärft. Opposition und Regierung erklärten ihren Dialog in der Nacht zum Dienstag für vorläufig beendet, wie der Sondergesandte der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Eduardo Latorre, in der Hauptstadt Lima mitteilte. OAS-Generalsekretär Cesar Gaviria zeigte sich "zutiefst besorgt". Durch die jüngste Entwicklung sei die Rückkehr Perus zur Demokratie gefährdet, erklärte Gaviria in Washington und kündigte an, noch am Dienstag nach Lima zu reisen. Warum der einst einflussreiche Montesinos nach einem Monat im panamaischen Exil in seine Heimat zurückkehrte, blieb weiter unklar. Der Ex-Geheimdienstler steht im Mittelpunkt eines Bestechungsskandals, aufgrund dessen Präsident Alberto Fujimori seinen Amtsverzicht ankündigt hatte.

Die Gespräche zwischen Regierung und Opposition seien am Streit um einen Termin für Neuwahlen gescheitert, sagte der OAS-Sondergesandte weiter. Gaviria übte scharfe Kritik an Fujimori und machte ihm zum Vorwurf, Montesinos die Einreise nach Peru erlaubt zu haben. Der ehemalige Chef des Geheimdienstes SIN hatte sich Ende September nach Panama abgesetzt und dort Asyl beantragt, nachdem ein Video publik geworden war, das Montesinos bei der Geldübergabe an einen oppositionellen Parlamentsabgeordneten zeigt. Die Rückkehr Montesinos löste unter anderem deshalb Besorgnis aus, da der ehemalige Geheimdienstchef über gute Kontakte zum Militär verfügt. Fujimori begann am Montag damit, Militärbasen zu besuchen und berief zwei Dringlichkeitssitzungen des Kabinetts ein. Noch am Montag hatte Vize-Präsident Francisco Tudela seinen Rücktritt eingereicht. Montesinos Präsenz "destabilisiere" das Land, sagte er zur Begründung.

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