Unruhen : Koch fragt China: Was ist mit den Mönchen?

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch sorgt sich um tibetische Mönche: Sie wurden von chinesischen Sicherheitskräften abgeführt. Koch stellte eine entsprechende Anfrage an Chinas Botschafter - doch die Antwort steht noch aus.

Robert Birnbaum

Berlin - Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat China um Auskunft über das Schicksal der tibetischen Mönche gebeten, die vor kurzem vor ausländischen Journalisten in Lhasa gegen die chinesische Tibetpolitik protestiert hatten. In einem bereits vorige Woche abgesandten Schreiben an Chinas Botschafter in Berlin, Ma Canrong, das dem Tagesspiegel vorliegt, fragt Koch nach Verbleib und Wohlergehen der Mönche, die nach ihrem Protest von chinesischen Sicherheitskräften abgeführt worden waren. Er bittet den Botschafter überdies um Mitteilung darüber, „ob es bei der ursprünglichen chinesischen Zusicherung bleibt, dass die Mönche nicht bestraft werden“. Er stelle diese Anfrage auch deshalb, weil Journalisten derzeit keine Möglichkeiten mehr hätten, das Schicksal der Mönche in Tibet selbst aufzuklären. Auch habe China seither keine Informationen mehr über den Fall an die Öffentlichkeit gegeben.

Der Vorfall hatte sich am 26. März während einer von China organisierten Pressereise nach Tibet ereignet. Das Land war nach den gewaltsamen Protesten von Anfang März für die ausländische Presse geschlossen worden, ausländische Journalisten am Ort waren aufgefordert worden, Lhasa zu verlassen. Die Mönche hatten sich in einem Kloster in Lhasa durch die chinesischen Sicherheitsbeamten gedrängt und vor laufenden Kameras gegen das harte Vorgehen der chinesischen Armee gegen Demonstranten in den vorangegangenen Tagen protestiert. Sie hatten überdies der chinesischen Darstellung widersprochen, der Dalai Lama stecke hinter den gewaltsamen Protesten von Tibetern gegen die Chinesen.

Eine Antwort des chinesischen Botschafters liegt bisher nicht vor. Koch pflegt seit vielen Jahren einen engen Kontakt zum Dalai Lama und hatte das Treffen des geistlichen Oberhaupts der Tibeter mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit arrangiert. Robert Birnbaum

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