Politik : Unser letztes Hemd

Markus Feldenkirchen

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Armes Bundeskanzleramt. So wie es derzeit aussieht, wird sich der repräsentative Amtssitz Gerhard Schröders schon bald in den größten Altkleider-Sammelcontainer der Republik verwandeln. Schuld daran wird ein gewisser Christian Stein sein. Der Internet-Fachmann und bekennende Nicht-Schröder-Wähler, hat am Freitag eine E-Mail an seine Freunde geschickt, die inzwischen weite Kreise durchs Netz gezogen hat.

Darin macht sich Stein über „Geschenke für unsere Lieben“ Gedanken, zum Beispiel für den Kanzler. Da dieser eigentlich nur unser letztes Hemd haben wolle, solle man ihm dieses doch einfach schicken. Anbei, so die Aufforderung, solle man ein kurzes Begleitschreiben ans Revers heften, dass wahlweise mit „Sehr geehrter Herr Bundeskanzler“ oder mit „Lieber Gerhard“ beginnen und dann wie folgt weitergehen solle: „Ich wünsche Dir ein frohes Fest und übersende Dir, zur Erfüllung Deines größten Weihnachtswunsches – mein letztes Hemd – das macht jetzt alle weiteren Steuererhöhungen überflüssig, da ich eh nix mehr habe.“ Erst am Ende offenbart sich also das wahre, keinesfalls selbstlose Motiv dieser neuen Bürgerbewegung. Stein hofft nun auf 50 000 Hemden für den Kanzler. Nun haben gerade letzte Hemden bekanntlich die Angewohnheit, nicht mehr ganz frisch zu sein.

Das Kanzleramt wiederum wurde von irgendwelchen superoriginellen Menschen einmal „Waschmaschine“ genannt. Wenn sich jetzt noch ein Großspender für Waschmittel fände und die Kanzlergattin sich wieder auf ihre häuslichen Aufgaben beschränken würde, dann könnte das für viele Hemdenbesitzer eine verdammt saubere Weihnacht werden.

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