Politik : Unser Schaufenster

Was sich ändert (IX): Das Gesicht der ersten Seite, die Schriften und Farben

Harald Martenstein

Wer den neuen Tagesspiegel liest, wird schon beim ersten Wort bemerken, dass sich etwas verändert hat – die Schrift. Wir möchten, dass unsere Leserinnen und Leser sich ganz auf den Inhalt der Artikel konzentrieren können. Die Schrift soll ihnen die Lektüre so einfach wie möglich machen. Wir haben einen schlichten, klaren Schrifttyp gefunden, der uns besser gefällt als unsere alte „Gulliver“. Er heißt „Poynter“. Die Poynter wirkt luftiger, ist leichter zu lesen als die Gulliver. Überschriften erscheinen künftig in der „California“. Die California stammt wie die Poynter aus den USA, entwickelt wurde sie 1938. Sie wirkt eigenwillig, elegant und angenehm altmodisch.

Die erste Seite ist das Schaufenster jeder Zeitung. Eine farbige Leiste, ganz oben am Kopf der Seite, weist in Zukunft auf die wichtigsten zwei oder drei Themen unserer jeweiligen Ausgabe hin. So machen es seit Jahren auch die meisten britischen Zeitungen, zum Beispiel der „Guardian“ und die „Times“.

Die Wettervorhersage und das Klima an der Börse erkennen Tagesspiegel-Leser auf einen Blick, beides steht in einem farbig unterlegten Kasten auf der ersten Seite. Der Kasten ist unser Navigator, er weist den Weg zum Fernseh- und Kinoprogramm und zu allen Ressorts, deren Ort im Blatt manchmal wechselt. Unsere Leitfarben werden neben dem Tagesspiegel-Rot warme Beigetöne sein, dazu ein helles Blau.

Neben dem „Aufmacher“, der das unserer Ansicht nach wichtigste Thema des Tages zum Thema hat, steht ein zweiter, kleinerer Aufmacher, Tagesthema Nummer zwei. Rechts steht, wie früher, der Leitartikel. Am Fuß der Seite finden Sie etwas Neues: die Glosse zum Tag. Wir glauben, dass auch auf der ersten Seite einer seriösen Zeitung etwas Unterhaltsames stehen darf. Worum geht es? Um einen ganz bestimmten Tag. Jeder Tag ist anders. Manchmal hat das historische Gründe, manchmal banale. In unserer Glosse versuchen wir herauszufinden, was diesen Tag so besonders macht. Der Tag, an dem … Mit dieser Formulierung fängt es immer an.

Die Linien sind weg. Beim alten Tagesspiegel wurden die Spalten jeweils mit einer feinen Linie voneinander getrennt. In Zukunft finden Sie nur noch zwischen den einzelnen Artikeln Linien. Auch dadurch wirkt das Erscheinungsbild luftiger.

Nicht alles wird anders. Keine Sorge. Die Weltkugel im Titel bleibt. Und selbstverständlich auch das Tagesspiegel-Motto „Rerum cognoscere causas“. Die Ursache der Ereignisse herauszufinden, den Dingen auf den Grund zu gehen – das bleibt die wichtigste Aufgabe der Journalisten, und dabei ist es ganz egal, in welchem Schrifttyp ihre Artikel gedruckt werden.

Morgen: Das Team hinter dem neuen Tagesspiegel

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