Politik : Unter fremder Flagge

Linkspartei steht drauf, wieviel WASG ist drin? / In einigen Ländern führt die Wahlalternative die Liste an

Matthias Schlegel

Berlin - In einigen Ländern starten sie aus der ersten Reihe - die Kandidaten der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG). Zugpferd Oskar Lafontaine führt bekanntlich die Linkspartei-Liste in Nordrhein-Westfalen an, der aus der SPD ausgetretene Ulrich Maurer jene in Baden-Württemberg – ihm folgt auf Platz 2 übrigens die Attac-Aktivistin Heike Hänsel aus Tübingen –, der Chef und Mitbegründer der WASG Klaus Ernst die bayrische, und der Bundesgeschäftsführer des Berufsverbandes der Sozialarbeiter,Volker Schneider,steht im Saarland auf Platz 1. In NRW erreichte zudem WASG-Mitbegründer Hüseyin Aydin Platz 6. Die auf Platz 3 gewählte Inge-Höger Neuling aus Herford war noch von der Wahlalternative aufgestellt worden, ist aber unterdessen in die Linkspartei eingetreten.

In Hessen schaffte es der Gewerkschaftsmann und WASG-Landesvorsitzende Werner Dreibus aus Hanau auf den zweiten Platz der Landesliste. Auch Platz 4 ging an die Wahlalternative – die 24-jährige Politologie-Studentin Janine Wissler aus Frankfurt/Main.

In Hamburg stehen zwei Nicht-Linkspartei-Mitglieder an der Spitze: der Völkerrechts-Professor Norman Paech, der ebenso wie die langjährige Sektenbeauftragte des Senats, Ursula Caberta, die für die WASG kandidiert, aus der SPD ausgetreten war. Auch in Thüringen sind zwei „Freie“ weit vorn: die hessische Journalistin Luc Jochimsen (3) und für die WASG DGB-Landeschef Frank Spieth (4).

In Sachsen sicherte sich Axel Troost, WASG-Bundesvorstandsmitglied, Platz 2. Das gelang auch der Wissenschaftspublizistin Heidi Beutin in Schleswig-Holstein und der 71-jährigen Juristin Antonie Brinkmann in Bremen. In Rheinland-Pfalz gingen mit dem Landeschef Alexander Ulrich und seiner Vize Margot Gudd Platz 2 und 3 an die WASG. Dagegen reichte es für Steffen Hultsch in Brandenburg nur für Platz 6, der aber ebenso wie Platz 5 für Isabel Simon in Mecklenburg-Vorpommern noch für ein Bundestagsmandat genügen könnte.

In Niedersachsen kommen fünf der ersten 14 Kandidaten von der Wahlalternative, ein weiterer gehört der DKP an, eine ist parteilos.

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