Politik : Untergrund-Atombomben: Pentagon erwägt Entwicklung neuer Waffen

Das amerikanische Verteidigungsministerium erwägt einem Zeitungsbericht zufolge die Entwicklung einer neuartigen Atombombe. Sie soll unterirdische Ziele treffen, ohne dabei größere Zerstörungen in der näheren Umgebung anzurichten. Die Zeitung "Washington Post" berichtete am Sonntag, in einer Studie des Pentagons werde geprüft, ob eine Atomwaffe mit begrenzter Sprengkraft gebaut werden könne. Diese solle mit der Spitze tief in den Boden eindringen und Bunker sowie unterirdische Kommandozentralen zerstören können, berichtete das Blatt unter Berufung auf Regierungs- und Parlamentskreise. Das Interesse an einer solchen Waffe sei auf Grund wachsender Besorgnis gestiegen, dass der irakische Präsident Saddam Hussein unter Verletzung der UNO-Auflagen chemische und biologische Waffen in Bunkern verstecke.

Zu den Befürwortern einer solchen speziellen Atomwaffe gehören offenbar hohe Mitglieder der Bush-Regierung sowie Rüstungs-Experten. Ein Berater des Verteidigungsministers Donald Rumsfeld sagte, die gegenwärtigen nuklearen Waffen der USA würden den irakischen Präsidenten nicht abschrecken, "weil er weiß, dass ein US-Präsident keine Bombe von 100-Kilotonnen auf (die irakische Hauptstadt) Bagdad abwerfen würde". Kritiker der Bombenpläne argumentierten, eine solche Waffe werde nicht tief genug in die Erde eindringen können, um zu verhindern, dass radioaktive Partikel austräten und in die Atmosphäre gelangten.

Die Pentagon-Studie soll den Angaben zufolge im Juli dem US-Kongress vorgelegt werden.

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