Untergrundorganisation : Nummer eins der Eta gefasst

Der Polizei ist einer der schwersten Schläge gegen die Eta seit Jahren gelungen: In Frankreich konnte sie den obersten Befehlshaber der baskischen Separatistenorganisation festnehmen. Dabei handelt es sich um den als "Thierry" bekannten Javier López Peña.

MadridDie französische Polizei hat den Chef der baskischen Separatistenorganisation Eta festgenommen. Francisco Javier López Peña, auch "Thierry" genannt, sei zusammen mit drei weiteren Eta-Mitgliedern bei einer Polizeiaktion in der Innenstadt von Bordeaux ergriffen worden. Die vier seien bewaffnet gewesen, hätten aber keinen Widerstand geleistet. Bei dem Einsatz wurden ein Computer und mehrere Handfeuerwaffen beschlagnahmt. Unter den Festgenommen befand sich auch Ainhoa Ozaeta, die 2006 die Waffenstillstands-Erklärung der Eta verlesen habe. Mit der gemeinsamen französisch-spanischen Polizeiaktion sei möglicherweise die gesamte militärische und politische Führungsspitze der Eta zerschlagen worden.

López Peña gehört der Eta seit fast 30 Jahren an. Er befand sich seit 20 Jahren auf der Flucht - 1983 war er untergetaucht. Zeitweise soll er in Kuba Zuflucht gefunden haben. Spanischen Medien zufolge löste "Thierry" an der Spitze des politischen Apparats der Eta den Historiker José Antonio Urrutikoetxea alias "Josu Ternera" ab. Zusammen mit Garikoitz Aspiazu alias "Txeroki" und Aitzol Iriondo alias "Gurbitz" leitete er auch die Militärstruktur der Organisation.

Verantwortlich für den Anschlag am Madrider Flughafen

Der 49-Jährige war an den Gesprächen mit der spanischen Regierung während des jüngsten Friedensprozesses beteiligt gewesen. Mit einem Anschlag auf den Madrider Flughafen, bei dem zwei Menschen getötet wurden, waren die Verhandlungen im Dezember 2006 letztlich gescheitert. López Peña soll daraufhin im Juni 2007 das Ende der 14-monatigen „Waffenruhe“ der Eta und die Rückkehr zur Strategie des Terrors angeordnet haben. Außerdem wird er für zahlreiche weitere Anschläge sowie für die Ausbildung von Terroristen verantwortlich gemacht. Seit etwa zwei Jahren soll er an der Spitze des politischen und militärischen Apparats der Organisation gestanden haben.

Erst am Montag hatte die Eta einen Bombenanschlag auf einen Jachtclub im Baskenland verübt und dabei schweren Sachschaden angerichtet. In der vorigen Woche waren bei einem Attentat auf eine Polizeikaserne nahe der baskischen Hauptstadt Vitoria ein Beamter getötet und vier verletzt worden. Die Eta kämpft seit fast 40 Jahren für ein unabhängiges Baskenland und hat in dieser Zeit fast 850 Menschen getötet. (sgo/dpa/AFP)

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