Untersuchungen : Litvinenko angeblich durch Polonium vergiftet

Während der russische Ex-Spion Alexander Litvinenko angeblich mit der hochgiftigen Substanz Polonium getötet wurde, beklagt Russlands Präsident Putin eine Instrumentalisierung des Falls für "politische Provokationen".

London/Helsinki - Der frühere russische Spion Alexander Litvinenko ist angeblich durch die hoch radioaktive und Krebs erregende Substanz Polonium vergiftet worden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP in London von einem Krankenhausmitarbeiter, der ungenannt bleiben wollte. Schon kleine Mengen, die eingeatmet oder verschluckt werden, wirken giftig.

Zunächst seien die behandelnden Ärzte von Thallium als Todesursache ausgegangen, die Untersuchungen hätten aber auf Polonium hingewiesen, sagte der Krankenhausmitarbeiter. Die Londoner Universitätsklinik, in der Litvinenko behandelt wurde und am Donnerstagabend starb, wollte sich zu den Angaben nicht äußern. Der britische Innenminister John Reid wollte um 16.00 Uhr MEZ eine Pressekonferenz zum Tod Litvinenkos abhalten.

Polonium schon in geringen Mengen hochgiftig

Reid hatte zuvor gesagt, der Tod hänge offenbar mit radioaktivem Material im Körper des 43-Jährigen zusammen. Die britische Polizei hatten einen Experten für radioaktive Verseuchung zu den Ermittlungen hinzugezogen. Polonium wurde 1898 von der Forscherin Marie Curie entdeckt. Die Substanz ist schon in geringen Doses hoch giftig.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte unterdessen, er verurteile es, dass Litvinenkos Tod "für politische Provokationen" genutzt werde. "Leider werden tragische Ereignisse wie der Tod für politische Provokoationen genutzt." Es gebe keinen Grund, über die Todesursachen zu spekulieren, fügte Putin hinzu.

Litvinenko war am Donnerstagabend nach dreiwöchiger Krankheit gestorben. Der 43-Jährige hatte in einem Abschiedsbrief Putin für seine tödliche Erkrankung verantwortlich gemacht. Der Kreml wies jegliche Verantwortung zurück. (tso/AFP)

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