• Untersuchungs-Ausschuss: Waldemar Schreckenberger, Kanzleramtschef unter Kohl, über die Amtsübernahme 1983

Politik : Untersuchungs-Ausschuss: Waldemar Schreckenberger, Kanzleramtschef unter Kohl, über die Amtsübernahme 1983

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1983 ist die neue Koalition aus Union und FDP auch auf ein paar Vorgänge gestoßen, die "nicht greifbar waren". Waldemar Schreckenberger sagt das ohne Emotion. Er hat Helmut Kohl von 1969 an 20 Jahre lang als engster Mitarbeier begleitet. 1983 wurde er Chef im Kohlschen Kanzleramt. Die Union hätte damals gerne etwas über Waffengeschäfte gewusst, doch dazu war eine Akte einfach nicht auffindbar. "Wir haben damals aber nie daran gedacht, daraus Kapital zu schlagen", sagt der 68-Jährige heute. "Das war nicht der Stil von Helmut Kohl."

Schreckenberger glaubt, dass bei keinem Regierungswechsel "so ganz lupenreine Übergänge" stattfinden. Wenn Notizen, private Vermerke, Niederschriften vernichtet werden, sei dies nicht sonderlich überraschend und auch nicht problematisch. "Wenn Akten mit Registriernummern vernichtet werden, dann ist das eine andere Dimension." Ist der aktuelle Vorgang eine andere Dimension? Schreckenberger mag dies nicht beurteilen. Nur: "Wenn die Spendenaffäre nicht gewesen wäre, hätte man jetzt nie so ein Wesen gemacht."

Eines aber will er doch loswerden: Burkhard Hirsch (FDP), der Sonderermittler, sei für diesen Job "gänzlich ungeeignet". Sechs Jahre habe er im Ausschuss für nachrichtliche Dienste "unter Hirsch gelitten". "Der Mann hat ein tiefes Misstrauen gegen den Staat." Er sei "unsachlich - damals auch gegen die eigene Regierung".

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