Politik : Untersuchungsausschuss: Sonderermittler sichtete Dokumente mit Friedrich Bohl

Tissy Bruns

Der frühere Kanzleramtsminister Friedrich Bohl (CDU) hat dem Sonderermittler im Fall der verschwundenen Kanzleramtsakten, Burkhard Hirsch, bisher verloren geglaubte Akten zur Einsicht zur Verfügung gestellt. Hirsch bestätigte gegenüber dem Tagesspiegel, dass er bei einem mit Bohl verabredeten Treffen am vergangenen Mittwoch die Durchsicht dieser Akten begonnen habe. Zeitungsmeldungen über den Inhalt dieser Akten bestätigte Hirsch ausdrücklich nicht: "Ich lege Wert auf die Feststellung, dass diese Informationen nicht von mir stammen und ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich eine Bewertung der von mit durchgesehenen Unterlagen erst am Ende vornehmen werde." Er selbst habe die Akten nicht als "brisant" bezeichnet. Es handle sich auch nicht, wie die "Welt am Sonntag" gemeldet habe, um eine private Aktensammlung Bohls. Hirsch zum Tagesspiegel: "Es handelt sich um Akten und Vorgänge, die der frühere Kanzleramtschef aus dem Kanzleramt mitgenommen und dann in der Konrad-Adenauer-Stiftung deponiert hat." Ob es sich um vollständige Unterlagen handle, könne er derzeit nicht sagen. Hirschs Treffen mit Bohl fand in St. Augustin, nahe Bonn, in der Konrad-Adenauer-Stiftung statt. Hirsch sagte, dass die Fortsetzung der Durchsicht sei mit Bohl vereinbart. Ein Termin dazu sei noch nicht festgelegt, man wolle sich "so kurzfristig wie möglich" treffen.

Hirsch hatte nach Aufnahme seiner Ermittlungen im Kanzleramt festgestellt, dass dort kurz vor dem Regierungswechsel vor zwei Jahren zwei Drittel der Daten "zentral und heimlich" gelöscht wurden sowie wichtige Akten verschwunden waren.

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