Politik : Unverdächtig

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In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit 13 775 Altlasten erfasst, darunter 2350 militärische. Die ehemalige DDR- Pflanzengifthalle in Malchin, die als Quelle des Nitrofen-Skandals gilt, ist darin nicht verzeichnet. Das Schweriner Umweltministerium hat dafür eine einfache Erklärung: Die Halle wurde nicht stillgelegt, nachdem die verbliebenen Pestizide im Jahr 1995 mit Fördermitteln aus dem Umweltministerium in eine Müllverbrennungsanlage geschafft worden waren, sondern wurde weiter genutzt. Ins Altlastenkataster Mecklenburg-Vorpommerns werden aber nur altlastverdächtige Flächen aufgenommen, auf denen stillgelegte (!) Betriebe stehen oder standen, in denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen wurde. Außerdem muss zu vermuten sein, dass durch „die jeweilige Betriebs- oder Bewirtschaftungsweise nicht unerhebliche Einträge solcher Stoffe in den Boden“ gelangt sind. Da den Behörden offenbar von einer „Störung des Betriebs“ in der Malchiner Halle nichts bekannt war, musste sie nicht ins Altlastenkataster aufgenommen werden, zumal der mit Beton versiegelte Hallenboden nicht erwarten ließ, dass das Erdreich kontaminiert sein könnte. Nach bisherigen Ermittlungen wurden 1995 durchgerostete Fässer daraus entsorgt. Andreas Frost

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