UN ZU VERGEWALTIGUNG : Normale Gewalt

Jeder vierte Mann in Asien hat einer Studie zufolge schon einmal eine Frau vergewaltigt. Das ist das Ergebnis einer Befragung von mehr als 10 000 Männern in sechs Staaten im asiatisch-pazifischen Raum, die am Dienstag im Fachmagazin „The Lancet Global Health“ veröffentlicht wurde.

Demnach gaben elf Prozent der Befragten an, bereits eine Frau gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben, die nicht ihre Partnerin war. Zählt man die Vergewaltigung von Lebensgefährtinnen und Ehefrauen hinzu, stieg der Anteil der Männer, die schon einmal eine Frau vergewaltigt haben, auf 24 Prozent.

Die Studie basiert auf einer Befragung im Auftrag der Vereinten Nationen zum Thema Männer und Gewalt im asiatisch-pazifischen Raum. Befragt wurden Männer in Bangladesch, China, Indonesien, Kambodscha, Papua Neuguinea und Sri Lanka. Männliche Interviewer befragten in Städten oder ländlichen Gebieten in Vier-Augen-Gesprächen Männer, denen Anonymität zugesichert wurde. Bei den Fragen wurde nicht das Wort Vergewaltigung benutzt, doch wurde der Zwang zum Sex klar benannt. Bei der Forschung zu Vergewaltigungen wurden bisher in der Regel Polizei- oder Justizdokumente gesichtet oder Frauen befragt; direkte Befragungen von Männern gibt es kaum.

Von den Männern, die Zwang beim Sex einräumten, sagten 45 Prozent, dies sei bei mehr als einer Frau passiert.

Fast drei Viertel der befragten Männer machten deutlich, sie hätten so etwas wie ein Recht auf Sex. Sie sagten etwa „Ich wollte sie“ oder „Ich wollte Sex haben“. 38 Prozent der Befragten sagten, sie hätten Zwang angewendet, um die Frau zu bestrafen. Männer, die als Kinder sexuell misshandelt worden waren wurden oder sexuelle Gewalt gegen ihre Mutter miterlebt hatten, gaben in der Umfrage häufiger an, selbst eine Frau vergewaltigt zu haben. AFP

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