Politik : Uran-Munition: Forscher sehen keine Gefahr für Soldaten

Thomas de Padova

Die während des Kosovo-Krieges im Balkan eingesetzten Soldaten waren vermutlich keinem gesundheitlichen Strahlenrisiko durch Uran-Munition und möglicherweise darin enthaltenem Plutonium ausgesetzt. Bei ersten Messungen an einer Granate aus dem Kosovo haben Forscher keine Spuren von Plutonium gefunden. Das teilte das GSF-Forschungsinstitut für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg mit. Nun sollen weitere Munitionsreste analysiert werden. Derweil räumte Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) ein, dass die Bundeswehr möglicherweise in den 90er Jahren Uran-Munition verschossen hat.

Die deutschen Forscher des GSF-Instituts hatten am Freitag vom Verteidigungsministerium eine uranhaltige Granate zur Prüfung erhalten. In einem ersten Schritt versuchten sie, die Strahlung, die von dem Plutonium ausgeht, direkt zu messen. "An der Energie dieser Alpha-Strahlung lässt sich feststellen, ob sie von Uran oder Plutonium herrührt", sagte GSF-Forscher Kurt Bunzl. Das GSF konnte kein Plutonium registrieren und will nun ein noch genaueres, aufwändigeres Verfahren anschließen. Anhand von Urinproben hatten die Forscher schon festgestellt, dass deutsche Soldaten im Balkan keine nachweisbaren Mengen Uranstaub aufgenommen hatten. Jetzt lässt sich auch eine Obergrenze für die Strahlenwirkung durch mögliche Plutoniumreste in der US-Munition angeben. Demnach ist die Erhöhung der Strahlendosis durch Plutonium auf jeden Fall niedriger als drei Prozent.

Die von den USA eingesetzte Uran-Munition sowie Schutzhüllen für Panzer sind möglicherweise bei der Herstellung in Fabrikanlagen aus der Nachkriegszeit mit Plutonium belastet worden. Wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte, stießen Spezialisten bereits 1999 auf Plutoniumspuren in drei Fabriken. Die Bundeswehr richtete Hotlines zu Uran (0261 /8962909) und Gefahren durch Radargeräte (0228/9425000) ein.

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