Politik : Urban 21: Die Typologie der Megacitys: Wie die Experten die Großstädte unterteilen

Eva Schweitzer

Frauenrechte sind der Schlüssel zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Städten von Afrika, Lateinamerika und Südasien - zu diesem Schluss kommt der "Weltbericht", den eine internationale Expertenkommission im Vorfeld der "Urban 21" unter der Leitung des Londoner Stadtplaners Peter Hall erarbeitet hat. "Die Urbanisierung ist der Hauptgrund für den gestiegenen Bildungsgrad für Frauen", sagte Ernst-Ulrich von Weizsäcker, der ebenfalls in der Kommission sitzt. Die UNEP macht gerade eine Kampagne in Afrika, Frauen das Recht auf Grundbesitz einzuräumen, sagte ihr Direktor Klaus Töpfer zum Tagesspiegel - nur dann könnten Frauen Kredite bekommen. Und nur mit mehr Bildung und Chancengleichheit für Frauen steigen die Chancen der Städte auf wirtschaftliches Wachstum.

Der Weltbericht unterteilt Städte in drei Typologien: Städte des Hyperwachstums, deren informeller Sektor - Schwarzarbeit, Kleinhandel - sehr groß sei. Dazu zählen Städte in Afrika, aber auch Delhi oder Mumbai. Hier halte die Wirtschaft nicht stand mit dem Bevölkerungswachstum. Als Lösung schlägt der Weltbericht vor, bessere Bildung für Frauen und Mädchen bereitzustellen, daraufhin sinke erfahrungsgemäß die Geburtenrate.

Die zweite Kategorie seien Städte des Wachstums, wo Wachstum und Wohlstand nun Umweltprobleme schafften. Dazu zählen Städte in Lateinamerika wie Brasilia, aber auch Schanghai, Hongkong oder Singapur. Hier sinke die Geburtenrate, während die Bildung insbesondere bei Frauen angestiegen sei. Jedoch seien diese Städte zweigeteilt: Neue Glastürme, multinationale Fabriken, Flughäfen, Golfclubs, dazwischen Slums. Diese Städte müssten moderne Technologien weiterentwickeln, damit alle am Reichtum teilhaben könnten, zudem müssten sie bessere Nahverkehrssysteme entwickeln. Die dritte Typologie sei die überalterte Stadt in Europa oder den USA. Diese Städte hätten die Ressourcen, ihre Umweltprobleme selbst zu lösen und hätten Deindustrialisierung bereits hinter sich, jedoch gebe es immer noch eine hohe Arbeitslosigkeit.

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