Politik : "Urban 21": Unep-Direktor Klaus Töpfer über die Zukunft der Megastädte

Sind Frauenrechte der Schlüssel zur Verbesser

Klaus Töpfer (61) ist Direktor der UN-Umweltbehörde Unep. Er war früher Bundesbauminister. In Berlin nahm er an der "Urban 21" teil, auf der es um Probleme großer Städte ging.



Zur Vorbereitung für die Weltstädtekonferenz "Urban 21" in Berlin hat eine internationale Expertenkommission, der auch Klaus Töpfer angehört, einen Weltbericht verfasst. Darin wird die Rolle der Frauen bei der Entwicklung der Städte hervorgehoben.

Sind Frauenrechte der Schlüssel zur Verbesserung der Lebensqualität in den Städten?

Ausbildung für Frauen und gleiche Rechte auf Arbeit und Besitz sind ein Schlüsselthema für die Zukunft der Städte. Ohne gleiche Rechte für Frauen könnten sich Städte nur schwer stabil entwickeln. Deshalb muss die Position von Frauen in der dritten Welt gestärkt werden.

Wo muss als erstes angesetzt werden?

Frauen in Afrika besitzen bespielsweise nur ein Prozent des Landes - Männer besitzen 99 Prozent. Das hat Gründe im Erbrecht dieser Länder, das vorsieht, dass Land bevorzugt an männliche Erben vergeben wird. Das muss sich ändern. Die Unep macht deshalb gerade eine Kampagne in Afrika, Frauen das Recht auf gesicherten Grundbesitz einzuräumen. Nur, wenn Frauen Land besitzen, können sie Kredite bekommen, um beispielsweise ein Geschäft aufzubauen, womit sie wiederum die Familie ernähren.

Auch die Überbevölkerung in den Städten des so genannten Hyperwachstums hängt damit zusammen, dass Frauen wenig Rechte haben.

In den prosperierenden Städten Asiens wie Schanghai oder Singapur gibt es Schulbildung für Frauen und das Recht auf Arbeit - hier sind tatsächlich die Geburtenraten gesunken. Man darf jetzt aber nicht den Schluss ziehen, dass die Städte mit den höchsten Geburtenraten verantwortlich sind für Umweltverschmutzung - am meisten zur Umweltbelastung tragen immer noch die reichen Länder bei.

Gibt es denn in diesen Städten ein Bewusstsein für Umweltschutz?

Eine bemerkenswerte Aussage des Weltberichts für die "Urban 21" ist, dass die Bewohner der sechs größten chinesischen Städte einer Umfrage zufolge Umweltschutz inzwischen für wichtiger halten als Wirtschaftswachstum. Das zeigt, dass es auch dort Umweltbewusstsein gibt, nicht nur in Europa.

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