Politik : Urteil nach Unglück mit Transrapid

Osnabrück - Rund viereinhalb Jahre nach der Transrapid-Tragödie im Emsland sind die beiden verantwortlichen Fahrdienstleiter zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Osnabrücker Landgericht sprach die beiden Familienväter im Alter von 61 und 52 Jahren der fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Tötung schuldig.   Das Urteil lautete auf ein Jahr beziehungsweise ein Jahr und sechs Monate Haft auf Bewährung. Bei dem Unglück gab es 23 Tote und 11 Verletzte.

Richter Dieter Temming sagte, die Angeklagten seien während des Prozesses „in vollem Umfang geständig“ gewesen und hätten ihr Bedauern ausgedrückt. Es handle sich bei den Angeklagten um verantwortungsbewusste Mitarbeiter, die sich „durch ein Augenblicksversagen“ schuldig gemacht hätten. Da sie darunter bis heute litten, seien sie durch die Katastrophe Täter und Opfer geworden. Neben der Bewährungsstrafe müssen beide Verurteilten jeweils 4000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Die beiden Männer hatten im September 2006 vergessen, vor der Fahrtfreigabe für die Magnetschwebebahn einen tonnenschweren Werkstattwagen von der Strecke zu nehmen. Die beiden Angeklagten räumten im Prozess ihr Fehlverhalten ein und baten die Opfer und Hinterbliebenen um Entschuldigung.

„Ich finde keine Erklärung für meinen schweren Fehler“, sagte der 61-Jährige. Beide sind seit dem Vorfall psychisch krank und galten lange als selbstmordgefährdet, weshalb der eintägige Prozess auch jetzt erst stattfand. dpa/dapd

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