Politik : US-Armee bombardiert Rückzugsgebiet von Al Qaida

Bagdad - Die US-Armee hat am Donnerstag im Irak ein Rückzugsgebiet von Al-Qaida-Terroristen massiv bombardiert. Das US-Militärkommando meldete, zwei B-1-Bomber und vier Kampfjets vom Typ F-16 hätten in Arab Jabur, 20 Kilometer südlich von Bagdad, mehr als 40 Ziele getroffen. Die Operation, bei der laut Militär in den ersten zehn Minuten bereits 38 Bomben fielen, war langfristig geplant worden, „um Kollateralschäden zu vermeiden“. Wie viele Menschen durch die Bombardierung starben und welche Ziele getroffen wurden, teilte das US-Militär nicht mit. Arab Jabur gilt seit Jahren als Versteck sunnitischer Terroristen.

Die US-Armee hatte bei zwei Einsätzen gegen mutmaßliche Terroristen im Irak am Dienstag und Mittwoch insgesamt neun Soldaten verloren. Sechs von ihnen starben, als Soldaten ein mit Sprengfallen präpariertes Haus in der Provinz Didschala betraten. Damit sind binnen weniger Tage seit Jahresbeginn bereits 21 US-Soldaten im Irakeinsatz getötet worden.

Mach Angaben des Militärs wurde inzwischen ein „Terrorist“ identifiziert, der am 29. Dezember gefangen genommen worden war. Dschasim Mohammed sei für mehrere Angriffe auf die US-Truppen verantwortlich, bei deren Planung ihm seine „zahlreichen Kontakte zu Angehörigen der irakischen Sicherheitskräfte“ geholfen hätten. Die Polizei nahm derweil mehrere Mitglieder einer Bande fest, die sich auf die Ermordung von Akademikern spezialisiert hatte.

Innenminister Dschawad al Bolani sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Aswat al Irak, die Männer hätten Professoren, Ärzte und andere Intellektuelle getötet. Wer ihnen den Auftrag für die Mordkampagne gegen die geistige Elite des Landes gegeben hatte, sagte er nicht. Auch die Zahl der Festgenommenen blieb unklar. Im Irak sind seit der US-Invasion 2003 zahlreiche Professoren und Ärzte ermordet worden. Die gezielte Ermordung von Akademikern hat viele gebildete Iraker ins Exil getrieben. dpa

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