Politik : US-Armee gibt zivile Opfer bei Angriffen in Afghanistan zu

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Kabul - Drei Tage nach schweren Kämpfen in der südafghanischen Provinz Helmand hat die US-Armee Opfer unter der Zivilbevölkerung eingeräumt. „Es gibt bestätigte Berichte über zivile Opfer“, hieß es in einer Mitteilung am Freitag. Die genaue Zahl sei unbekannt. Die Provinzregierung von Helmand hatte bereits vor Tagen gemeldet, dass bei einem US-Luftangriff im Distrikt Sangin am Dienstag mindestens 21 Zivilisten getötet worden seien. Damals hatten die Amerikaner diese Angaben bestritten.

Die US-Armee teilte weiter mit, 20 verletzte Zivilisten seien von Koalitionstruppen behandelt worden. Ein Kind sei an seinen Verletzungen gestorben. Während der Kämpfe hätten rund 200 Taliban immer wieder die Koalitionstruppen und afghanische Soldaten angegriffen. Eine „erhebliche Anzahl“ von Taliban sei getötet worden, darunter ein hochrangiger Kommandeur aus Sangin. Die zivilen Opfer würden untersucht.

Bereits vor Wochen hatte die US-Armee Meldungen über viele zivile Tote bei einer Militäraktion zuerst bestritten, musste dann aber eingestehen, dass mindestens 50 unbeteiligte Dorfbewohner bei einer Razzia gegen Taliban getötet worden waren. Wegen der zuletzt zahlreichen zivilen Opfer bei internationalen Militäroperationen kam es bereits zu wütenden Demonstrationen von Afghanen und offiziellen Protesten der Regierung. Laut Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sind im vergangenen Jahr mindestens 1000 Zivilisten getötet worden, mindestens 230 davon durch internationale Militäraktionen. dpa/Tsp

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