Politik : US-Armee tötet 13 Zivilisten in Afghanistan

Kabul - Die US-geführten Koalitionstruppen haben den Tod mehrerer afghanischer Zivilisten bei einer Militäroperation im Westen des Landes eingestanden. Wie die US-Armee in einer am Wochenende in Kabul verbreiteten Erklärung mitteilte, wurden bei dem Luftangriff am vergangenen Dienstag in der Provinz Herat neben drei Kämpfern der radikal-islamischen Taliban auch 13 unbeteiligte Zivilisten getötet. Bei einem Bombenanschlag in der zentralafghanischen Provinz Urusgan kamen unterdessen drei ausländische Soldaten ums Leben.

Zunächst hatte die Koalition erklärt, bei dem „Präzisionsangriff“ in Herat seien ein Taliban-Anführer und weitere Extremisten getötet worden. Zivile Opfer im Kampf gegen die Taliban sorgen für massiven Unmut in der afghanischen Bevölkerung. Nach UN-Angaben kamen im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 2000 Zivilisten bei Kämpfen und Anschlägen ums Leben. Für 39 Prozent der Opfer sollen afghanische oder internationale Truppen verantwortlich sein.

Die Soldaten seien in Urusgan auf einer Routinepatrouille gewesen, als ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz explodierte, teilte die US-Armee am Wochenende mit. Wie üblich äußerte sich die Koalition nicht zur Nationalität der Opfer. In der Region sind niederländische, australische und amerikanische Soldaten stationiert. AFP

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