Politik : US-Armee tötete Zivilisten in Afghanistan

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Washington - Amerikanische Soldaten haben einem vorläufigen Untersuchungsbericht des US-Militärs zufolge nach einem Selbstmordanschlag in Afghanistan unschuldige Zivilisten erschossen.

Insgesamt seien zehn Afghanen getötet und 33 verletzt worden, berichtete die „Washington Post“ am Sonntag unter Berufung auf General Frank Kearney. Er leitet das Zentralkommando für Spezialoperationen, das sein Hauptquartier in Katar hat.

Das Blatt zitierte Kearney mit den Worten, bei den Ermittlungen hätten sich keine Beweise dafür gefunden, dass die Soldaten nach dem Bombenanschlag unter Beschuss gekommen seien, wie sie es selbst berichtet hatten. Dem General zufolge sind inzwischen strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen worden, die zu Militärgerichtsverfahren führen könnten.

Das Blutbad hatte sich am 4. März ereignet, als die Einheit von US-Marineinfanteristen von Dschalalabad aus in einem Konvoi auf Patrouille unterwegs war. Nach der Explosion einer Autobombe, bei der ein Amerikaner verletzt wurde, begannen die Soldaten nach Kearneys Angaben auf mehrere afghanische Fahrzeuge zu feuern, weil sie anscheinend in ihnen eine neue Bedrohung sahen. Sie hätten auch Schüsse aus verschiedenen Richtungen gemeldet. Auf ihrer Weiterfahrt hätten die Soldaten dann noch mindestens auf einer Strecke von etwa fünf Kilometern weiter auf Ziele gefeuert. Während dafür Beweise gefunden worden seien, habe man nirgendwo von Feinden verschossene Munition entdeckt. dpa

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