Politik : US-Armee will 40000 Soldaten aus Europa abziehen

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Heidelberg Die US-Armee will ihre Heeres-Truppenstärke in Europa in den kommenden fünf bis zehn Jahren von 62000 auf 24000 Soldaten reduzieren. Das Hauptquartier der US-Landstreitkräfte werde von Heidelberg nach Wiesbaden verlegt, sagte Elke Herberger, Sprecherin der US-Armee, am Dienstag in Heidelberg. Außerdem solle die Anzahl der US-Liegenschaften europaweit von 236 auf 88 abgebaut werden. Nach Herbergers Worten sind das Pentagon in Washington und auch die Bundesregierung bereits über die geplanten Veränderungen informiert.

Baden-Württembergs scheidender Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) sagte zu den Plänen: „Wir haben bisher keinerlei offizielle Informationen erhalten.“ Der CDU-Abgeordnete Werner Pfisterer aus dem Wahlkreis Heidelberg befürchtet „gravierende Auswirkungen für Heidelberg mit finanziellen Risiken.“ In Heidelberg sind derzeit vier US-Hauptquartiere mit 4000 US-Soldaten angesiedelt. Insgesamt leben in der Region 15000 US-Amerikaner.

Die Pläne des Kommandierenden Generals der US-Landstreitkräfte in Europa, B.B. Bell, sehen vor, dass von derzeit 13 Hauptverwaltungsbezirken in Europa noch vier so genannte „Joint Main Operating Base“ übrig bleiben. Das sollen Grafenwöhr (Bayern), Wiesbaden (Hessen), Kaiserslautern (Rheinland- Pfalz) und Vicenza (Italien) sein.

US-Präsident George W. Bush hatte im vergangenen Jahr angekündigt, dass die USA in den kommenden zehn Jahren 60000 bis 70000 US-Soldaten aus Asien und Europa abziehen wollen. Es ist die größte US-Truppenverlagerung seit Ende des Kalten Krieges. Bush begründete dies mit neuen Herausforderungen durch Terroristen und Problemstaaten. Nötig seien künftig mobilere Einheiten, die rasch verlegt werden könnten.

Vom militärischen Hauptquartier „European Command“ (Eucom) in Stuttgart aus koordinieren die US-Amerikaner Truppenbewegungen, Einsätze und Übungen von 115000 US-Soldaten in 91 Ländern. Das Eucom ist nicht von den Veränderungen betroffen. dpa

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