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US-Botschafter Mark Lippert : Südkorea: Polizei prüft nach Messerattacke Verbindungen zu Nordkorea

Der US-Botschafter in Südkorea. Mark Lippert, ist nach der Messerattacke vom Donnerstag wieder auf dem Weg der Besserung. Die Polizei prüft eine mögliche Verbindungen des Attentäters zu Nordkorea.

US-Botschafter Mark Lippert nach der Messerattacke in Südkorea.
US-Botschafter Mark Lippert nach der Messerattacke in Südkorea.Foto: dpa

Nach der Messerattacke auf den US-Botschafter in Südkorea prüft die Polizei mögliche Verbindungen des Attentäters zu Nordkorea. Bislang gebe es noch keine klaren Beweise, sagte Bezirkspolizeichef Yoon Myung Soon am Freitag in Seoul. Die Polizei versuche aber herauszufinden, ob der Mann möglicherweise gegen das Nationale Sicherheitsgesetz verstoßen habe. Das 1948 erlassene Gesetz verbietet jeglichen Kontakt zu Nordkorea und stellt sogar die mündliche oder schriftliche Unterstützung des Nordens unter Strafe.

Der 55-jährige Mann war am Donnerstag bei einer Diskussionsveranstaltung in Seoul auf den US-Botschafter Mark Lippert losgegangen und hatte ihm mit einem Messer ins Gesicht gestochen. Dabei forderte er lautstark die Wiedervereinigung Nord- und Südkoreas und verurteilte ein gemeinsames Militärmanöver Südkoreas mit den USA, das vor wenigen Tagen begonnen hatte. Lipperts Wunde musste mit 80 Stichen genäht werden. Nach Angaben der Ärzte geht es ihm aber schon wieder besser. Mit bleibenden Schäden am Gesichtsnerv rechnen sie nicht.

Der vorbestrafte Attentäter, der unmittelbar nach dem Angriff festgenommen wurde, ist offenbar ein überzeugter Nationalist, der die USA als das Haupthindernis für eine Wiedereinigung Nord- und Südkoreas ansieht. Wie nach der Attacke herauskam, reiste er 2006 und 2007 mehrfach nach Nordkorea. Nach dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il im Jahr 2011 wollte er in Seoul angeblich sogar ein Denkmal für ihn aufstellen lassen. Nordkorea hatte die Messerattacke als "gerechte Bestrafung" gelobt.

Der US-Botschafter in Südkorea, Mark Lippert, ist nach der Messerattacke von Donnerstag auf dem Wege der Besserung.
Der US-Botschafter in Südkorea, Mark Lippert, ist nach der Messerattacke von Donnerstag auf dem Wege der Besserung.Foto: AFP


25 Zentimeter langen Klinge

Der Vorfall ereignete sich in einem Gebäude gegenüber der US-Botschaft in der Innenstadt von Seoul. Lippert, der einen Vortrag halten sollte, habe sich gerade zum Frühstück hingesetzt, als er plötzlich von Kim angegriffen worden sei, berichteten Sender unter Berufung auf Augenzeugen. Als Tatwaffe habe dieser ein Küchenmesser mit einer 25 Zentimeter langen Klinge benutzt. Lippert erlitt mehrere Stichwunden, die genäht werden mussten.

Kim wurde 2010 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er den damaligen japanischen Botschafter mit Steinen beworfen hatte. Drei Jahre zuvor hatte er sich den Berichten zufolge vor dem Präsidentenpalast in Seoul selber in Brand gesetzt. Er habe damals Ermittlungen wegen eines Vergewaltigungsfalls verlangt, der in seinem Büro stattgefunden haben soll.

Attentäter Kim Ki-Jong nach der Verhaftung. Die Polizei prüft seine Verbindungen zu Nordkorea.
Attentäter Kim Ki-Jong nach der Verhaftung. Die Polizei prüft seine Verbindungen zu Nordkorea.Foto: AFP

Die Regierung in Seoul und Washington verurteilten den Angriff. Man sei entsetzt über „die schändliche Tat“ gegen den Botschafter der USA, dem wichtigsten Verbündeten Südkoreas, erklärte das Außenministerium in Seoul. Die stellvertretende US-Außenamtssprecherin Marie Harf verurteilte den „Akt der Gewalt“.

Nach Angaben des Nationalen Sicherheitsrates telefonierte Präsident Barack Obama umgehend mit Lippert und wünschte diesem eine rasche Genesung. Lippert übernahm im vergangenen Oktober den Botschafter-Posten.
Der Korea-Rat für Aussöhnung und Zusammenarbeit als Organisator der Vortragsveranstaltung entschuldigte sich für unzureichende Sicherheitsvorkehrungen. Die US-Botschaft in Seoul hatte laut Yonhap keine Sicherheitsbegleitung für Lippert vorgesehen. (dpa, AFP)

Sicherheitskräfte haben den Angreifer in Seoul überwältigt.
Sicherheitskräfte haben den Angreifer in Seoul überwältigt.Foto: AFP/The Asia Economy Daily

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