Politik : US-Bürger nach Carters Besuch frei Ex-Präsident verhandelte in Nordkorea

Seoul/Washington - Der Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter hat in Nordkorea die Freilassung eines US-Bürgers erreicht, der in dem kommunistischen Land wegen illegaler Einreise zu Zwangsarbeit verurteilt worden war. Carter habe die Hauptstadt Pjöngjang am Freitagmorgen in Begleitung des 30-Jährigen verlassen, teilte das Carter Center mit. Das US-Außenministerium begrüßte die Freilassung und betonte, es habe die Reise weder vorgeschlagen noch vermittelt. Carter sei allein auf Einladung der nordkoreanischen Führung nach Pjöngjang gereist. Der 85-jährige Friedensnobelpreisträger war am Mittwoch gemeinsam mit seiner Frau in Nordkorea eingetroffen, um die Freilassung des US-Bürgers Aijalon Mahli Gomes zu erwirken.

Im vergangenen Jahr hatte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton die Freigabe zweier Journalistinnen erreicht, die in Nordkorea ebenfalls wegen illegaler Einreise verurteilt worden waren. In der Folge war es zu politischen Kontakten zwischen den beiden Regierungen und einer kurzzeitigen Entspannung in der Region gekommen.

Während seines Aufenthalts in Pjöngjang kam Carter offenbar nicht mit Staatsführer Kim Jong Il zusammen, der sich derzeit in China aufhalten soll. Stattdessen empfing Kims Stellvertreter Kim Yong Nam den ehemaligen US-Präsidenten. Er habe Carter versichert, Nordkorea strebe das Ende aller Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel an und habe Interesse an einer Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche, berichteten nordkoreanische Staatsmedien. Die Gespräche mit den USA, Japan, Russland, China und Südkorea über das nordkoreanische Atomprogramm liegen auf Eis, nachdem Nordkorea etliche Raketen- und Atomtests unternommen hat.

Seit der Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März haben die Spannungen zwischen den beiden koreanischen Staaten noch einmal zugenommen. Südkorea beschuldigt den Norden, einen Torpedo auf das Schiff abgefeuert zu haben. Der Norden weist das zurück. Bei dem Zwischenfall waren 46 südkoreanische Marinesoldaten ums Leben gekommen. rtr

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben