Politik : US-Demokrat wirft Schröder „politische Prostitution“ vor

Washington - Der demokratische US- Kongressabgeordnete Tom Lantos, hat dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) „politische Prostitution“ vorgeworfen. In einer Rede anlässlich der Einweihung eines Denkmals für die Opfer des Kommunismus sagte Lantos in Washington, er erwarte nun bessere transatlantische Beziehungen, da sowohl Schröder als auch der französische Präsident Jacques Chirac aus dem Amt geschieden seien.

Lantos, der den Auswärtigen Ausschuss des Abgeordnetenhauses leitet, erinnerte daran, wie die USA Deutschland vor dem Faschismus gerettet und über Generationen hinweg vor dem Kommunismus geschützt hätten. Das alles, um dann zu erleben, wie Chirac und Schröder dem jüngsten Kampf gegen den „Islamfaschismus“ den Rücken gekehrt hätten, beklagte der aus Ungarn stammende Abgeordnete. Der Holocaust-Überlebende kämpfte als Teenager im Untergrund gegen die Nazis, später gehörte er zur antikommunistischen Studentenbewegung.

Lantos fuhr dann fort, er würde Schröder gern einen „politischen Prostituierten“ nennen, „jetzt, da er von Putin dicke Schecks kassiert. Aber die Prostituierten in meinem Wahlbezirk fühlen sich beleidigt.“ Mit der Anspielung auf die Schecks bezog sich Lantos auf Schröders Tätigkeit als Aufsichtsratschef der North European Gas Pipeline. Die russische Gasprom hält 51 Prozent der Anteile an der Gaspipeline-Betreibergesellschaft.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm wies im Namen der Bundesregierung Lantos Äußerungen als „Entgleisung“ zurück. Auch SPD-Generalsekretär Hubertus Heil kritisierte Lantos heftig. babs/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben