US-Demokraten : Wer zieht am schnellsten aus dem Irak ab?

Wettstreit der demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten: Clinton möchte die US-Truppen sofort aus dem Irak abziehen, Obama will die Soldaten dafür in Afghanistan einsetzen.

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Foto: AFP

WashingtonBeim zweiten TV-Duell der demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten stand der Irak im Mittelpunkt. Hillary Clinton möchte die US-Truppen sofort abziehen, Barak Obama will die Soldaten dafür in Afghanistan einsetzen.

Während der zweistündigen TV-Debatte in Manchester (US-Staat New Hampshire) konkurrierten die acht demokratischen Präsidentschaftskandidaten mitunter darum, wer von ihnen das US-Engagement im Irak am schnellsten beenden würde. Senatorin Hillary Clinton, die laut Umfragen aussichtsreichste Kandidatin, versprach, unmittelbar nach ihrem Amtsantritt für den Abzug der US-Soldaten zu sorgen.

Der schwarze Senator Barak Obama, schärfster Konkurrent Hillary Clintons, befürwortete ebenfalls einen baldigen Rückzug. Stattdessen sollten die Truppen in Afghanistan eingesetzt werden, um dort das Terrornetz Al Qaida zu bekämpfen, forderte er.

Edwards entschuldigt sich für Kriegsunterstützung

Der frühere Senator John Edwards kritisierte Clinton und Obama dafür, dass sie unlängst im Senat gegen einen Irak-Kriegsetat ohne Abzugstermin stimmten, ohne vorher öffentlich ihre Haltung klar zu machen. "Sie sind still zur Abstimmung gegangen und haben richtig votiert. Aber es gibt einen Unterschied zwischen politischer Führung und Gesetze machen", sagte Edwards. Er entschuldigte sich erneut, 2002 wie Hillary Clinton für den Krieg gestimmt zu haben. Die Senatorin beharrte hingegen abermals darauf, dass sie damals nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe.

In den kleinen Bundesstaat New Hampshire an der US-Ostküste findet traditionell die erste Vorabstimmung vor der Präsidentschaftswahl statt, diesmal Anfang 2008. Dabei stimmen eingetragene Parteimitglieder über ihren Wunschkandidaten ab. Wer in New Hampshire gewinnt, wird zwar längst nicht Präsidentschaftskandidat. Wer dort aber besonders schlecht abschneidet, kann sich meist nicht mehr davon erholen und hat Probleme, sich Spenden für den weiteren Wahlkampf zu sichern. (mit dpa)

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