Politik : US-Gegenschlag: Bush: Die Schlacht hat begonnen

Knapp vier Wochen nach den Terroranschlägen auf New York und Washington haben die USA ihre militärischen Drohungen gegen Afghanistan wahr gemacht. Gemeinsam mit Großbritannien griffen sie am Sonntag Stützpunkte des mutmaßlichen Terroristen bin Laden und der Taliban-Regierung mit Marschflugkörpern und Flugzeugen an. "Die Schlacht hat jetzt an vielen Fronten begonnen", sagte US-Präsident George W. Bush in einer Fernsehansprache. Laut einem Taliban-Vertreter überlebte bin Laden die Angriffe. In einem Video drohte er den USA, sie dürften sich in Zukunft nie mehr sicher fühlen. Die Taliban kündigten an, am Montag Usbekistan anzugreifen. Gleichzeitig begannen die USA, über dem Land Hilfsgüter für die Bevölkerung abzuwerfen.

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Fotostrecke: Militärschlag gegen das Taliban-Regime Die USA attackierten nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums vor allem Kommunikations- und Militäreinrichtungen der Taliban. Zahlreiche Explosionen erschütterten die afghanische Haupstadt Kabul, welches in mehreren Wellen angegriffen wurde. Augenzeugen berichteten von Artilleriefeuer und Luftabwehrgeschossen. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. Laut der afghanischen Opposition wurden mehrere "Terroristen-Camps" in der Nähe von Dschalalabad, Luftabwehrstellungen nahe Kabul, ein Luftwaffenstützpunkt in der Provinz Kundus sowie Ziele in Kandahar und der Provinz Farabh angegriffen. Die Taliban bestätigten laut der Nachrichtenagentur AIP, dass alle Flughäfen im Lande brennen. Laut dem US-Nachrichtensender CNN waren auch in der Taliban-Hochburg Kandahar heftige Explosionen zu hören und wurden Telekommunikationsanlagen zerstört.

Die ersten Angriffe sollten Rumsfeld zufolge "die Bedrohung durch die Luftabwehr und die Flugzeuge der Taliban" ausschalten. Es seien auf Schiffen und an Land stationierte Flugzeuge sowie von U-Booten abgefeuerte Raketen eingesetzt worden. Großbritannien war nach den Worten von Premierminister Tony Blair mit Raketenangriffen von U-Booten aus an den Angriffen beteiligt. Pakistan öffnete nach Regierungsangaben seinen Luftraum für die Angriffe der USA. Parallel zur militärischen fahren die USA auch eine humanitäre Strategie: Laut Rumsfeld begannen sie noch am Sonntagabend mit dem Abwerfen von Hilfsgütern über Afghanistan.

Bin Laden, den Washington als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September ansieht, drohte den USA, sie dürften sich in Zukunft "nie mehr" sicher fühlen. Er meldete sich in einer vom TV-Sender El Dschasira ausgestrahlten Videoaufzeichnung zu Wort. Seine Gruppierung Al Qaida zeigte sich bereit "zur Konfrontation". Der Taliban-Botschafter in Pakistan erklärte, bin Laden habe die Angriffe ebenso überlebt wie der Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar. Die Taliban verweigerten erneut seine Auslieferung.

US-Präsident Bush hatte vor Beginn der Angriffe die Spitzenvertreter der führenden Industrienationen und auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin informiert. "Wir werden vom kollektiven Willen der Welt unterstützt", sagte Bush in seiner Fernsehansprache und unterstrich, jede Nation stehe bei diesem Konflikt vor der Entscheidung, auf welche Seite sie sich stelle. Wer immer den Mördern unschuldiger Menschen helfe, werde damit selbst zum Mörder und Verbrecher, sagte Bush im Blick auf die Terroranschläge vom 11. September. "Es gibt dabei keinen neutralen Boden", sagte Bush. Das Ziel der Offensive, die sich allein auf militärische Ziele der Taliban und des Extremisten Osama bin Laden richte, sei es, dauerhafte Gerechtigkeit in dem Land herzustellen. Kurz nach Bush äußerte sich der britische Premierminister Tony Blair ähnlich. Großbritannien, das in diesem Konflikt eng an der Seite der USA handele, werde die Militäraktion gegen Afghanistan "mit Vernunft und Entschlossenheit" führen. Der Kampf richte sich gegen den internationalen Terrorismus, und deshalb werde man versuchen, alles Menschenmögliche zu tun, um zivile Opfer bei dem militärischen Vorgehen zu vermeiden.

Nach Angaben Blairs setzte die britische Marine am ersten Tag der Militäroffensive Marschflugkörper ein, die von Unterseebooten auf Einrichtungen der Taliban abgefeuert wurden.

Der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, sagte in Brüssel, ganz Europa stehe fest zu den USA und ihren Verbündeten. Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac bestätigte noch am Abend im Fernsehen die Bereitschaft Frankreichs, an künftigen Militärschlägen teilzunehmen. Verteidigungsminister Alain Richard sagte in Paris, die Beteiligung Frankreichs an weiteren Angriffen der USA werde eine "Sache von Tagen" sein.

Das russische Außenministerium billigte die Angriffe ebenfalls. Der Sender ORT verlas eine Erklärung des Ministeriums, worin es hieß, der internationale Terrorismus gehöre vor Gericht. Afghanistan sei zu einem "internationalen Zentrum des Terrorismus und Extremismus" geworden. Die Terroristen, die dort Unterschlupf gefunden hätten, seien verantwortlich für viele Verbrechen weltweit.Knapp vier Wochen nach den Terroranschlägen auf New York und Washington haben die USA ihre militärischen Drohungen gegen Afghanistan wahr gemacht. Gemeinsam mit Großbritannien griffen sie am Sonntag Stützpunkte des mutmaßlichen Terroristen bin Laden und der Taliban-Regierung mit Marschflugkörpern und Flugzeugen an. "Die Schlacht hat jetzt an vielen Fronten begonnen", sagte US-Präsident George W. Bush in einer Fernsehansprache. Laut einem Taliban-Vertreter überlebte bin Laden die Angriffe. In einem Video drohte er den USA, sie dürften sich in Zukunft nie mehr sicher fühlen. Die Taliban kündigten an, am Montag Usbekistan anzugreifen. Gleichzeitig begannen die USA, über dem Land Hilfsgüter für die Bevölkerung abzuwerfen.

Die USA attackierten nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums vor allem Kommunikations- und Militäreinrichtungen der Taliban. Zahlreiche Explosionen erschütterten die afghanische Haupstadt Kabul, welches in mehreren Wellen angegriffen wurde. Augenzeugen berichteten von Artilleriefeuer und Luftabwehrgeschossen. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. Laut der afghanischen Opposition wurden mehrere "Terroristen-Camps" in der Nähe von Dschalalabad, Luftabwehrstellungen nahe Kabul, ein Luftwaffenstützpunkt in der Provinz Kundus sowie Ziele in Kandahar und der Provinz Farabh angegriffen. Die Taliban bestätigten laut der Nachrichtenagentur AIP, dass alle Flughäfen im Lande brennen. Laut dem US-Nachrichtensender CNN waren auch in der Taliban-Hochburg Kandahar heftige Explosionen zu hören und wurden Telekommunikationsanlagen zerstört.

Die ersten Angriffe sollten Rumsfeld zufolge "die Bedrohung durch die Luftabwehr und die Flugzeuge der Taliban" ausschalten. Es seien auf Schiffen und an Land stationierte Flugzeuge sowie von U-Booten abgefeuerte Raketen eingesetzt worden. Großbritannien war nach den Worten von Premierminister Tony Blair mit Raketenangriffen von U-Booten aus an den Angriffen beteiligt. Pakistan öffnete nach Regierungsangaben seinen Luftraum für die Angriffe der USA. Parallel zur militärischen fahren die USA auch eine humanitäre Strategie: Laut Rumsfeld begannen sie noch am Sonntagabend mit dem Abwerfen von Hilfsgütern über Afghanistan.

Bin Laden, den Washington als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September ansieht, drohte den USA, sie dürften sich in Zukunft "nie mehr" sicher fühlen. Er meldete sich in einer vom TV-Sender El Dschasira ausgestrahlten Videoaufzeichnung zu Wort. Seine Gruppierung Al Qaida zeigte sich bereit "zur Konfrontation". Der Taliban-Botschafter in Pakistan erklärte, bin Laden habe die Angriffe ebenso überlebt wie der Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar. Die Taliban verweigerten erneut seine Auslieferung.

US-Präsident Bush hatte vor Beginn der Angriffe die Spitzenvertreter der führenden Industrienationen und auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin informiert. "Wir werden vom kollektiven Willen der Welt unterstützt", sagte Bush in seiner Fernsehansprache und unterstrich, jede Nation stehe bei diesem Konflikt vor der Entscheidung, auf welche Seite sie sich stelle. Wer immer den Mördern unschuldiger Menschen helfe, werde damit selbst zum Mörder und Verbrecher, sagte Bush im Blick auf die Terroranschläge vom 11. September. "Es gibt dabei keinen neutralen Boden", sagte Bush. Das Ziel der Offensive, die sich allein auf militärische Ziele der Taliban und des Extremisten Osama bin Laden richte, sei es, dauerhafte Gerechtigkeit in dem Land herzustellen. Kurz nach Bush äußerte sich der britische Premierminister Tony Blair ähnlich. Großbritannien, das in diesem Konflikt eng an der Seite der USA handele, werde die Militäraktion gegen Afghanistan "mit Vernunft und Entschlossenheit" führen. Der Kampf richte sich gegen den internationalen Terrorismus, und deshalb werde man versuchen, alles Menschenmögliche zu tun, um zivile Opfer bei dem militärischen Vorgehen zu vermeiden.

Nach Angaben Blairs setzte die britische Marine am ersten Tag der Militäroffensive Marschflugkörper ein, die von Unterseebooten auf Einrichtungen der Taliban abgefeuert wurden.

Der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, sagte in Brüssel, ganz Europa stehe fest zu den USA und ihren Verbündeten. Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac bestätigte noch am Abend im Fernsehen die Bereitschaft Frankreichs, an künftigen Militärschlägen teilzunehmen. Verteidigungsminister Alain Richard sagte in Paris, die Beteiligung Frankreichs an weiteren Angriffen der USA werde eine "Sache von Tagen" sein.

Das russische Außenministerium billigte die Angriffe ebenfalls. Der Sender ORT verlas eine Erklärung des Ministeriums, worin es hieß, der internationale Terrorismus gehöre vor Gericht. Afghanistan sei zu einem "internationalen Zentrum des Terrorismus und Extremismus" geworden. Die Terroristen, die dort Unterschlupf gefunden hätten, seien verantwortlich für viele Verbrechen weltweit.

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