Politik : US-Gegenschlag: Spezialeinheit der Bundeswehr war schon im Einsatz

Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, das möglicherweise zur Unterstützung der USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus eingesetzt werden wird, hat offenbar vier Mal bei der Festnahme von Kriegsverbrechern auf dem Balkan operiert. Im geheimen Auftrag sei die Elitetruppe zwischen 1998 und 2000 drei Mal in Bosnien und einmal im Kosovo eingesetzt worden, berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel". Dabei wurden nach dem Bericht gesuchte Verbrecher festgenommen, um sie an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellen zu können oder in Haft zu nehmen. Bei einer Aktion gegen den Anführer einer paramilitärischen serbischen Einheit, der sich bei seiner Festnahme mit einer Handgranate in die Luft gesprengt habe, seien im Vorjahr drei KSK-Männer schwer verletzt worden.

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Chronologie: Die Anschlagserie gegen die USA Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Kujat warnte vor mangelnder Einsatzfähigkeit. Schon für die laufenden Operationen auf dem Balkan habe die Bundeswehr nur einen Bruchteil des Personals, das sie eigentlich benötige. "In der jetzigen Struktur wären wir nicht in der Lage, unsere internationalen Verpflichtungen zu erfüllen", sagte Kujat am Samstag in München. Der Anschlag auf die USA zeige, dass die Reform der Bundeswehr dringend notwendig und auch richtig angelegt sei. "Aber wir brauchen die Mittel, die Reform auch umzusetzen", forderte der oberste Soldat vor dem Wehrpolitischen Arbeitskreis der CSU.

Unterdessen verstärken die USA ihre Militärstreitmacht in der Region um Afghanistan. Im Verteidigungsministerium hieß es, es würden bald rund ein Dutzend Militärmaschinen, darunter Tankflugzeuge, auf Landstützpunkte und Flugzeugträger in der Golf-Region und im Indischen Ozean verlegt. Dort sind bereits 350 US-Kampfflugzeuge stationiert. Es sei auch die Anordnung zur Entsendung von schweren B-1 und B-52-Bombern sowie von Elite-Einheiten der Streitkräfte in die Region um Afghanistan erteilt worden. Bereits am Vortag war der US-Flugzeugträger "Kitty Hawk" aus dem Hafen von Yokosuka ausgelaufen. Dreizehn britische Kriegsschiffe durchquerten den Suez-Kanal.

Der US-Verbündete Saudi-Arabien widersetze sich dem amerikanischen Wunsch, einen Stützpunkt als Kommandozentrale bereitzustellen, hieß es in Washington. Dadurch könnten sich die Planungen für einen Angriff um Wochen verzögern. Saudi-Arabien und Pakistan sind die einzigen Länder, die die Taliban-Regierung anerkennen.

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