Politik : US-General: Irak gleitet in Bürgerkrieg ab

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Washington - Angesichts der anhaltenden Gewalt im Irak haben hochrangige Vertreter der USA und Großbritanniens mit ungewohnter Offenheit vor einem Scheitern ihrer Irak-Politik gewarnt. Der Kommandeur des US-Einsatzes im Irak, General John Abizaid, befürchtete ein Abgleiten in den Bürgerkrieg. Der scheidende britische Botschafter in Bagdad, William Patey, warnte ebenfalls vor einem Bürgerkrieg und einer Spaltung des Landes. „Die Aussicht auf einen Bürgerkrieg mit einer geringen Intensität und eine faktische Teilung des Irak sind derzeit wahrscheinlicher als ein erfolgreicher Übergang zu einer stabilen Demokratie“, schrieb Patey nach BBC-Angaben vom Donnerstag in seinem letzten Telegramm an die britische Regierung, bevor er den Irak verließ.

In seiner Stellungnahme schrieb Botschafter Patey weiter, dass selbst „die reduzierten Erwartungen“ von US-Präsident George W. Bush – eine irakische Regierung, die sich selbst erhalten, selbst verteidigen und selbst regieren könne – „zweifelhaft“ seien. Die Lage im Irak sei schwierig, aber „nicht hoffnungslos“, urteilte der Diplomat. Sie werde auch in den kommenden fünf bis zehn Jahren „ungeordnet und schwierig“ bleiben. Entscheidend sei, dass die schiitischen Milizen daran gehindert würden, wie die Hisbollah im Libanon einen Staat im Staate zu bilden, warnte Patey. Er weicht damit von der offiziellen Haltung der Londoner Regierung ab, die sich bislang zuversichtlich gegeben hatte, was die Zukunft des Irak angeht.

General John Abizaid sagte vor dem Streitkräfteausschuss des US-Senats, der Irak könne „in einen Bürgerkrieg stürzen“, falls der religiösen Gewalt kein Einhalt geboten werde. Besonders in Bagdad sei ein hohes Maß an Gewalt zu beobachten. Die Sicherheitslage in der Hauptstadt ist nach Ansicht des US-Generals an einem kritischen Punkt angelangt. Die derzeitige Lage verlange den Einsatz zusätzlicher irakischer und US-Truppen. AFP

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