US-Justiz : New Mexico schafft die Todesstrafe ab

Als 15. US-Bundesstaat hat New Mexico die Todesstrafe abgeschafft. Der demokratische Gouverneur Bill Richardson - einst ein Befürworter der Todesstrafe - unterzeichnete am Mittwoch ein entsprechendes Gesetz.

Washington Der von Demokraten kontrollierte Kongress des Staates stimmte zuvor dafür, lebenslange Haft ohne Bewährung als Höchststrafe einzuführen. Richardson, der sich im vergangenen Wahlkampf um die Präsidentschaft beworben hatte, sprach den Angaben zufolge von der "schwersten Entscheidung meiner politischen Karriere". Dem Justizsystem, wie es derzeit arbeite, traue er aber nicht zu, letzte Entscheidungsinstanz über Leben und Tod zu sein, sagte der Gouverneur, der einst klarer Befürworter der Todesstrafe war.

Menschen- und Bürgerrechtsgruppen begrüßten den Schritt. "Die Entscheidung von Gouverneur Richardson sollte eine deutliche Botschaft an andere Staaten senden, das für Irrtümer anfällige, diskriminierende und bankrotte System der Todesstrafe einmal genau zu betrachten", sagte John Holdrigde von der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU. Experten weltweit stimmten darin überein, dass die Todesstrafe nicht von kriminellen Delikten abschrecke, sagte er.

Zuvor hatten sich 2007 die Staaten New York und New Jersey entschlossen, die Todesstrafe abzuschaffen. Nach dem Schritt New Mexicos wird die Strafe in 35 der 50 US-Bundesstaaten vollstreckt. Dem Informationszentrum Todesstrafe zufolge wurden in diesem Jahr schon 20 Menschen in den USA hingerichtet, mehr als die Hälfte davon in Texas. In New Mexico sitzen derzeit zwei Häftlinge in der Todeszelle. (küs/dpa)

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