Politik : US-Justizministerin Reno plädiert für Übergabe des Jungen

Im Tauziehen um den kubanischen Flüchtlingsjungen Elian hat der Vater des Sechsjährigen offenbar einen wichtigen Etappensieg errungen. US-Justizministerin Janet Reno beschloss einem Bericht der "Washington Post" zufolge, das Kind seinen Verwandten in Miami wegzunehmen und nächste Woche seinem Vater zu übergeben.

Zuvor hatte ein Berufungsgericht eine einstweilige Verfügung bekräftigt, wonach Elian in den USA bleiben muss, bis der Rechtsstreit zwischen den US-Behörden und den Verwandten ausgefochten ist. In Havanna demonstrierten nach dieser Entscheidung am Donnerstag mehr als 100 000 Kubaner für die baldige Rückkehr des Jungen.

Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, die Entscheidung Renos sei nach einem Gespräch mit US-Präsident Clinton gefallen. Clinton hatte gefordert, der Junge müsse möglichst schnell zu seinem Vater gebracht werden. Das Hauptargument der Verwandten, Elian könnte zurück nach Kuba gebracht werden, bevor das Gericht eine Entscheidung getroffen habe, sei hinfällig, sagte der US-Präsident. Clinton verlangte eine schnelle Rückgabe mit der "gebotenen Ruhe". Das Berufungsgericht in Atlanta hatte offen gelassen, wer sich bis zu einer endgültigen Sorgerechtsentscheidung um Elian kümmern soll.

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